Ehrenamt Gutes tun und Gutes ernten

Auch die Unterstützung von Kindern kann eine erfüllende ehrenamtliche Tätigkeit sein. Foto: dpa

Wer nicht mehr im Berufsleben steht, sucht neue Herausforderungen und Beschäftigungsmöglichkeiten. Von der Bekleidung eines Ehrenamtes profitiert auch der Helfer.

Mit neu gewonnener Zeit und Lebenserfahrung können Ruheständler anderen Gutes tun. Im Ehrenamt oder durch bürgerschaftliches Engagement werden oftmals Schulungen angeboten, um der neuen Aufgabe gerecht zu werden. Ein lebenslanges Lernen wird mit der Weitergabe eigener Erfahrungen und Kompetenzen verknüpft. Das ist ein erfüllendes, positives Gefühl. Nach der Reflexion, wie viel Zeit und Belastung die neue Funktion einfordert und was der Helfende zu investieren bereit ist, werden die Angebote hinsichtlich eigener Fähigkeiten und Interesse sondiert.

Im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sind Einsatzgebiete von Tagesbetreuung über Nachhilfe und Trainer in Sportvereinen erdenklich. Fachlich versiert oder rein sozialkompetent wird Junioren unter die Arme gegriffen. Das ermöglicht neue Perspektiven in die Lebenswelt jüngerer Menschen. In vielen Ehrenämtern lernt der Helfende selbst viel dazu, neben dem guten Gefühl anderen eine erhebende Zeit zu verschaffen.

Hospize und andere Einrichtungen bieten Schulungen an, um ihre erkrankten Besucher eine optimale Lebenszeit zu ermöglichen, indem die Helfer auf die Arbeiten adäquat vorbereitet werden. Hilfestellungen dieser Art bedürfen besonderen Feingefühls. Ehrenämtler engagieren sich, während sie mit Betroffenen und ihren Angehörigen Zeit verbringen, vorlesen oder auf andere kleine Wünsche eingehen und andererseits wird ihnen Anerkennung entgegen gebracht.

Durch Ehrenämter werden andernfalls „vernachlässigte“ Strukturen aufgewertet und gewinnen wieder an Bedeutung und Einfluss. Manche allgemeinnützige Idee hat zunächst wenig finanzielle Mittel und ist in der ersten Realisierungsphase auf freiwillige, unbezahlte Unterstützung angewiesen. In den neuen Aufgabengebieten werden Kontakte geknüpft zu Gleichgesinnten und gemeinsam über Problemlösungen diskutiert. In kirchlichen Verbänden beispielsweise kommt viel organisatorische Arbeit zusammen, die im Austausch mit anderen angegangen wird.

Nicht bezahlt zu werden für geleistete Arbeit ist ein Nachteil – doch der Vorteil für die betreffende Einrichtung bzw. den Hilfe suchenden Menschen steht im Ehrenamt im Vordergrund, wie auch der Wortlaut „ehrenhaftes Amt“ anzeigt. Dass das keine rein altruistische Haltung bedeutet, ist für die meisten deutlich zu spüren, da dem Helfenden viel entgegengebracht wird an Anerkennung, Erfahrung, Einblicken und neuen Perspektiven.

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