Sie wollte ihn verlassen Blutiges Ehedrama: Mann ersticht Mutter seiner Kinder

, aktualisiert am 24.11.2017 - 12:54 Uhr
In diese Wohnung ist das Ehepaar kürzlich eingezogen. Am Tatort waren am Morgen noch Blutspuren zu sehen. Täter Joseph B. (43) sitzt mittlerweile in U-Haft Foto: ho

Blutiges Ehedrama in Harlaching. Eine 43-Jährige will ihren Mann wegen seiner Trunksucht verlassen. Er tötet sie mit einem Messer auf der Straße

Harlaching -  Er hat sie angebettelt. "Ich kann ohne dich nicht leben. Bitte, nimm mich zurück“, fleht Joseph B. Der 43-Jährige schwört seiner Frau Marina hoch und heilig, dass er nie wieder einen Schluck Alkohol trinken werde. Sie gibt ihm noch eine Chance, wenig später ist die dreifache Mutter tot. "Drei Söhne haben ihre Mutter verloren, es ist eine Tragödie“, schluchzt Zeljka J., die Schwester von Marina B. († 43), "ich hoffe, dass Joseph den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringt“.

Deshalb stritt sich das Paar ständig

Zwei ihrer Neffen, die Söhne der Toten, begleiten sie am Freitagmittag zu der Stelle, an der Marina B. Stunden zuvor von ihrem Mann erstochen worden ist. Die beiden jungen Männer sind fassungslos. Sie können nicht begreifen, warum ihr Vater ihre Mutter umgebracht hat. Donnerstagnacht haben sie gehört, wie sich ihre Eltern wieder einmal stritten. Wie immer ging es um die Trinkerei des 43-Jährigen. Marina B. will ihrem Mann eine allerletzte Chance geben "Er hatte Marina erzählt, dass er seit sechs Monaten trocken sei“, sagt Zeljka J. "meine Schwester hat ihm geglaubt“.

Die Chance auf einen Neuanfang nutzte Joseph B. nicht

Das Paar ist seit zwei Jahren getrennt. Die gelernte Altenpflegerin zog zu ihrer Schwester nach München, sie nahm einen Job als Putzkraft bei einer großen Versicherung an. Ihr Mann, ein gelernter Schweißer, blieb mit einem Sohn in Kroatien. Er lebte in einem Ort etwa 200 Kilometer von Zagreb entfernt. Vom Staat bekommt der 43-Jährige eine kleine Rente. Vor drei Wochen erlaubte sie ihm, dass er nach München kommt. Marina B. wollte es noch einmal mit dem Vater ihrer Kinder versuchen. Sie mieteten eine Wohnung in der Naupliastraße und zogen dort gemeinsam ein. Die Räume sind erst spärlich eingerichtet. Im Flur liegt noch Werkzeug, daneben am Boden ein paar Kleidungsstücke. Joseph B. nutzte seine Chance nicht. Im Gegenteil, er griff wieder zur Flasche.

Die Angst vor dem Täter: "Aufbrausend und auch eifersüchtig"

"Marina hatte große Angst vor ihm“, sagt Zeljka J. "Joseph ist sehr aufbrausend und auch eifersüchtig“. Donnerstag telefonierten die Schwestern zum letzten Mal miteinander. Weil Joseph wieder einmal betrunken war, wollte Marina B. einen Schlussstrich ziehen. Joseph sollte zurück nach Kroatien. "Sie hat ihm das Geld für ein Busticket gegeben“, sagt die Schwester. Freitag sollte der 43-Jährige verschwinden. Für immer, wie Marina B. hoffte. Doch Joseph B. dachte nicht daran, seine Familie in Ruhe zu lassen. In den frühen Morgenstunden eskalierte der Streit. Um kurz nach 4 Uhr morgens verlässt Marina B. die Wohnung. Sie will zur Arbeit. Die U-Bahn-Station Mangfallplatz ist nur ein paar Hundert Meter entfernt. Joseph B. folgt ihr. Er holt die 43-Jährige ein. Wieder streitet das Paar.

In den frühen Morgenstunden sticht der Mann mehrmals auf die Frau ein

Nachbarn werden gegen 4.15 Uhr durch den Lärm von der Straße aus dem Schlaf gerissen. Sie hören Schreie und alarmieren die Polizei. Als die erste Streife in der Naupliastraße eintrifft, sehen die Beamten eine Frau am Boden liegen. Sie blutet aus mehreren tiefen Wunden. Der Rettungsdienst und ein Notarzt werden verständigt.

So reagiert der Täter nach seiner blutigen Tat

Am Tatort steht ein Mann. Es ist Joseph B. Seine Kleidung ist blutverschmiert, das Messer hat er weggeworfen. Widerstandslos lässt sich der 43-Jährige festnehmen. Seine Frau wird unter laufender Reanimation ins Krankenhaus gebracht. Dort erliegt die 43-Jährige ihren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen Joseph B. wegen Mordes beantragt. Er soll am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

 

Zeugenaufruf der Polizei:

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910 - 0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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