EHC-Stürmer im Interview Brooks Macek - die menschliche Ketchup-Flasche

EHC-Stürmer Brooks Macek gelang zuletzt ein Hattrick: "Wie eine Ketchup-Flasche" Foto: Rauchensteiner / Augenklick

Brooks Macek, Stürmer des EHC Red Bull München, spricht in der AZ über seinen Hattrick, das Duell mit Straubing, seine Oma, den schönsten Tag seines Lebens – und den Tod einer kanadischen Legende.

München - Brooks Macek ist Nationalstürmer und spielt seit 2016 beim EHC Red Bull München. Vor dem Duell am Freitag (ab 19:30 Uhr) gegen die Straubing Tigers spricht der 25-Jährige in der AZ über den Vergleich mit einer Ketchup-Flasche und die Topscorer im Team der Red Bulls. 

AZ: Hallo, Mr. Hattrick...
BROOKS MACEK (lacht): Es gibt schlimmere Anreden als diese. Ich freue mich natürlich sehr, dass mir im letzten Spiel gegen Bremerhaven diese drei Tore für den EHC Red Bull München gelungen sind, so etwas gelingt einem wahrlich nicht alle Tage, daher war das sicher ein spezielles Ereignis für mich. Und da wir auch noch gewonnen haben, konnte ich das Gefühl ohne Einschränkungen genießen.

In Kanada, wo Sie aufgewachsen sind, wären bei einem Hattrick die Kappen aufs Eis geflogen.
Stimmt, aber die Fans sollen ihre Kappen, für die sie ja auch gutes Geld gezahlt haben, gerne behalten. Mir reicht das Gefühl, diesen Hattrick erzielt zu haben.

Manager Christian Winkler sagt ja gerne, dass Tore wie eine Ketchup-Flasche sind. Erst kommt nichts und dann alles auf einen Schwung. So sieht es bei Ihnen nach verhaltenem Saisonstart auch aus.
Ich fühle mich im Moment ein bisschen wie die besagte Ketchup-Flasche. Ich hatte ja eine leichte Torflaute, deswegen gehe ich noch mehr vors Netz und ich habe endlich wieder das Glück auf meiner Seite. Erklären kann man das nicht immer, aber im Moment läuft es.

Sie spielen in einer Reihe mit Keith Aucoin und Steve Pinizzotto, Sie alle drei sacken Punkte ohne Ende ein, Aucoin ist der Topscorer der Liga.
Wir harmonieren extrem gut. Es ist eine Ehre, mit den beiden zu spielen. Aucoin ist so ein herausragender Spieler, jeder, der mit ihm spielt, wird automatisch besser, weil er perfekt bedient wird. Und Steve bringt ein starkes physisches Element ein, aber er hat auch großartige Hände, weiß, wie man Tore schießt und er hat ein fantastisches Spielverständnis.

Aucoin, das Gehirn, Pinizzotto, der Körper – und Brooks Macek ist...?
Der Mann, der macht, was getan werden muss. Mal schießt er den Puck ins Tor, mal sichert er nach hinten ab. Es geht nur um den Team-Erfolg, nicht persönliche Bestmarken. So sehe ich mich und meine Aufgabe.

Am Freitag geht es wieder gegen Straubing, gegen die Sie vor einer Woche ebenfalls getroffen haben. Die Tigers haben jetzt einen neuen Coach. Macht es das schwieriger?
Immer, wenn ein Team einen neuen Trainer hat, geht ein richtiger Energieschub durch die Mannschaft, jeder will sich beweisen, dem neuen Coach zeigen, was er drauf hat. Sie werden auch sicher ein anderes System spielen. Es wird sicher nicht leichter, aber wir sind bereit und wir werden ihnen nicht den Gefallen tun, sie zu unterschätzen.

Mit Ryan Button kam zu dieser Saison Ihr alter Kollege aus Iserlohner Zeiten zum EHC. Waren Sie da schon gut befreundet?
Absolut. Und nicht nur das, auch unsere Frauen verstehen sich bestens, sind gute Freundinnen. Es hat den beiden die Eingewöhnung hier sicher ein bisschen leichter gemacht, dass sie uns eben schon gut kannten und wir die Stadt ein bisschen, sodass wir ihnen einiges zeigen und erklären konnten. Und sie lieben es hier in München – genau wie wir.

Button und Sie sind beide Deutsch-Kanadier. Wer von Ihnen spricht denn besser deutsch?
Der Punkt geht wohl an Ryan. Die deutsche Sprache ist wirklich nicht ganz einfach, aber meine Frau und ich, wir arbeiten dran. Ich verstehe ziemlich viel, aber problematisch wird es immer, wenn ich unvermittelt auf deutsch angesprochen werde, dann bin ich überrumpelt und hilflos. (lacht)

Sie haben ja im Sommer geheiratet.
Ja, das stimmt. Im Heimatort meiner Frau in den USA. Man sagt ja immer, dass der Hochzeitstag der beste Tag deines Lebens sein soll. In meinem Fall war er das auf jeden Fall.

Sogar besser als der Tag, an dem Sie die Meisterschaft mit München holten?
Da darf ich nichts Falsches sagen. Es sind beides denkwürdige Ereignisse, aber die Hochzeit war noch wichtiger für mich.

Wie war es, gleich in der ersten Saison in München den Titel zu holen?
Unglaublich. Es war ja eine schwere Zeit für mich, meine Oma ist ja kurz zuvor überraschend verstorben. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass sie mir von oben zuschaut – und sehr stolz auf mich ist.

Am Donnerstag ist auch Gord Downie, der Sänger der Band "Tragically Hip" mit nur 53 Jahren verstorben. Die Band ist in Kanada eine Legende.
Absolut. Wir haben heute in der Kabine zu seinen Ehren Songs der "Tragically Hip" gespielt. Jeder in Kanada liebt sie. Wir haben ihm so ein "Ruhe in Frieden" geschickt.

Lesen Sie hier: Kahun im AZ-Interview - EHC in Europa: Verrückte Eishockey-Geschichten

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