Nach seiner Matchstrafe droht dem Stürmer eine lange Zwangspause. „Das wäre eine Katastrophe.” Nimmt der Coach ihm das Kapitänsamt?

München - Okay, der EHC München hat durch den 3:2-Sieg beim Letzten Düsseldorf, dem ersten Dreier seit dem 26. Dezember, die Chancen auf die Playoffs gewahrt. Doch zu welchem Preis?

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Schon die letzten sieben Minuten in Düsseldorf hatte der EHC in Unterzahl bestreiten müssen, nachdem Martin Buchwieser vom Schiedsrichter vom Eis gewiesen worden war. Buchwieser soll beim Versuch, sich seinen Gegenspieler Ashton Rome vom Leib zu halten, den Unparteiischen mit einem Schlag erwischt haben. Der entschied sofort: Tätlicher Angriff auf einen Offiziellen! Matchstrafe für den EHC-Star!

Und jetzt könnte es für den Kapitän und seinen Klub knüppeldick kommen. „Der Schiedsrichter hat den Spieler laut seines Zusatzberichts nach Artikel 550, Paragraph F der Spielordnung mit einer Matchstrafe für einen tätlichen Angriff auf einen Offiziellen belegt. Dieses Vergehen sieht normalerweise ein Strafmaß von acht bis 32 Spielen Sperre vor”, erklärt DEL-Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln der AZ.

Acht bis 32 Spiele Sperre? Der Buchwieser-Schock beim EHC!

Im günstigsten Fall könnte der Nationalstürmer also bei noch elf anstehenden Spielen in der regulären Saison erst im Saisonfinale wieder eingreifen. Im schlimmsten Fall droht gar eine Sperre bis weit in die kommende Saison.

„Das Strafmaß steht im Raum, ja”, weiß auch EHC-Manager Christian Winkler. „Das wäre natürlich eine mittlere bis schwere Katastrophe für uns, sollte es wirklich so kommen”, sagt er. Zwar hofft Winkler, dass die DEL Gnade walten lässt, Buchwieser hätte den Schiedsrichter schließlich „nicht absichtlich” getroffen, „als Martin seinen Gegenspieler wegschieben wollte, hat er aus Versehen den Schiedsrichter erwischt”, so Winkler. Und doch sagt auch der Manager: „DerSchiedsrichter ist tabu. Da ist ihm der Gaul durchgegangen, da muss er sich im Griff haben.”

Buchwieser selbst darf sich zu der ganzen Angelegenheit auf Geheiß des Klubs nicht äußern, Winkler verrät aber, dass sich der Kapitän bereits entschuldigt habe beim Unparteiischen. „Ich will nicht den Stab über Martin brechen. Aber er muss auch sehen, in was für einen Bärendienst er uns mit der Aktion erwiesen haben könnte.” EHC-Coach Pat Cortina überlegt wohl bereits, Buchwieser das Kapitänsamt zu entziehen.

Von Ameln hat nun jedenfalls das Video der betreffenden Szene angefordert. Buchwieser hat eine Stellungnahme abgegeben. Am Mittwoch soll der Disziplinarausschuss, in dem neben von Ameln ein Schiedsrichter und ein früherer DEL-Profi sitzen, sein Urteil sprechen. Von Ameln: „Die Spieler dürfen die Schiedsrichter nicht berühren. Aber das vorgesehene Strafmaß ist nicht in Stein gemeißelt. Der Disziplinarausschuss kann sich je nach Fall auch auf eine niedrigere Strafe einigen.” Ein bisschen Hoffnung.