Gegen Wolfsburg besucht NHL-Ikone Peter Stastny seinen Sohn beim EHC Red Bull. „Mein Vater
ist mein großes Vorbild”, sagt Paul

München - Hoher Besuch beim EHC Red Bull München. Eishockey-Ikone Peter Stastny wollte es sich nicht nehmen lassen, seinem Sohn Paul, der vor einer Woche beim EHC angeheuert hat, beim Spiel gegen Wolfsburg zuzusehen. „Mein Vater liebt einfach Eishockey, er will mich sehen und meinen Bruder, der ja bei Nürnberg spielt”, sagte Paul Stastny, der eigentlich bei der Colorado Avalanche in der NHL spielt und dort im Jahr über sechs Millionen Dollar verdient. Doch wegen der Aussperrung in der NHL aufgrund des anhaltenden Tarifstreits in der besten Liga der Welt, entschied sich der 26-Jährige dazu, sich beim EHC fit zu halten.

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„Mein Vater ist auch mein großes Vorbild. Sein bester Rat war, gib immer alles, arbeite an deinen Schwächen, aber arbeite noch mehr an deinen Stärken, denn sie machen dich zu dem, was du bist”, sagte der Junior der AZ.

Seine unglaublichen Fähigkeiten haben Peter Stastny zu dem gemacht, was er ist – einem der größten Eishockeyspieler aller Zeiten. Der 56-Jährige war nach Wayne Gretzky der beste NHL-Torjäger in den 80er Jahren. Er spielte 1070 Mal in der NHL (für Quebec, New Jersey und St. Louis), erzielte 483 Tore und gab 861 Vorlagen. Er spielte 72 Mal international, erst für die Tschechoslowakei, später für Kanada und am Ende der Karriere für die Slowakei.

Stastny nahm an vier Weltmeisterschaften teil, holte 1976 und ’77 Gold und 1978 Silber mit der Tschechoslowakei, 1980 und 1994 spielte er bei Olympia. 1980 flüchtete Stastny zusammen mit seinem Bruder Anton nach Nordamerika. Als einzigem Brüderpaar der Welt gelang es den beiden in einem einzigen Spiel, je einen Hattrick zu erzielen (1981 beim 9:3 Quebecs über Vancouver).

Im Jahre 1998 wurde er in die Ruhmeshalle des Eishockeys aufgenommen. Die Stastnys sind eine der berühmtesten Eishockeyfamilien. Mit Peter, seinen Brüdern Anton und Marian und den Söhnen Yan und Paul spielten fünf Familienmitglieder bisher in der NHL. „Manche würden den Namen Stastny vielleicht als Bürde empfinden”, sagte NHL-Superstar Paul, „ich habe es immer nur als Privileg gesehen.”


Zu seiner aktiven Zeit bekam Stastny senior, der 1995 die Karriere beendete, den Spitznamen „Peter, der Große”. „Mein Vater hat nichts von seinem Können verlernt. Es kann sein, dass er dir was vorjammert, dass seine Knie nicht mitmachen, und im nächsten Moment geht er mit einem Trick an dir vorbei, den du noch nie gesehen hast. Er war ein unglaublicher Spieler, aber er ist ein noch besserer Vater. Er war zwar viel unterwegs, aber er war in allen wichtigen Momenten für die Familie da”, sagte der Filius der AZ und fügte schmunzelnd hinzu: „Irgendjemand musste ja die Brötchen nach Hause bringen. Und Jungs, die Eishockey spielen, essen viele Brötchen.”