AZ exklusiv: Ein Mietwagen-Unternehmen stellt dem EHC Red Bull München das Geld für einen Kracher aus der stärksten Liga der Welt zur Verfügung. Beim Schlusslicht Wolfsburg reichen drei Treffer von Martin Buchwieser nicht zum Sieg.

München - Der EHC Red Bull München kann Vollzug melden: Er ist da! Nein, noch nicht der neue Spieler, der aus der besten Liga der Welt, der NHL, kommen soll, aber immerhin der externe Sponsor, der diese Verpflichtung erst möglich macht. Es handelt sich nach AZ-Informationen um das Mietwagen-Unternehmen drive.de. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass dieser Sponsor uns die Möglichkeit gibt. Wir haben immer gesagt, dass wir nur einen NHL-Spieler verpflichten, wenn ein externen Geldgeber gefunden ist und wir außerdem Verletzungsprobleme haben”, sagt Manager Christian Winkler der AZ. „Beide Voraussetzungen sind eingetroffen, ein Sponsor hat sich bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen, und wir haben mit Toni Ritter (Innenbandriss, d. Red.) nicht nur einen Langzeitverletzten, wir haben auch mehrere angeschlagene Spieler, die momentan regelmäßig über ihre Leistungsgrenzen gehen müssen”, erklärt Winkler.

Beim EHC heißt es also zur Zeit: Sponsor gefunden – NHL-Star gesucht. Zwar hatte man sich um National-Verteidiger Alexander Sulzer von den Buffalo Sabres, der zuletzt beim EHC mittrainiert hatte, bemüht, doch Sulzer hat in Ingolstadt, EHC-Gegner am Sonntag (16.30 Uhr, Olympia-Eishalle), angeheuert. „Wir haben mit Sulzer gesprochen. Er hat sich für das finanziell beste Angebot entschieden, damit haben München, Nürnberg, Augsburg und Düsseldorf den Kürzeren gezogen”, sagt Winkler. Stattdessen hat man sich nun auf die Suche nach einem Stürmer gemacht. Winkler: „Unsere Defensive steht ja sehr, sehr gut.”

Die Statistik gibt Winkler recht. Zumindest bis zum gestrigen Freitagabend, als der Münchner EHC in Wolfsburg nach Verlängerung mit 3:4 unterlag. Die drei Treffer von Martin Buchwieser reichten nicht zum Sieg. Besonders bitter: Der Siegtreffer für den EHC Wolfsburg fiel erst zwei Sekunden vor Ende der Verlängerung. Das Team von Pat Cortina muss sich somit mit dem einem Punkt anfreunden.

Das Problem liegt trotz der drei Buchwieser-Treffer beim EHC im Sturm – in den ersten elf Partien erzielte man nur 20 Treffer. Keine gute Bilanz.

Nach AZ-Informationen ist der EHC an drei Stars aus der NHL, die wegen der Aussperrung der Spieler durch die Vereinsbosse zur Zeit ohne Engagement sind, dran. Die Verhandlungen in der NHL am Donnerstag wurden ergebnislos angebrochen. „Wir sondieren den Markt, führen Gespräche. Eigentlich wollten wir keinen Ausländer holen, weil sonst einer von den jetzigen auch auf die Tribüne müsste, aber wenn der Richtige zu haben wäre, würden wir, da ein Sponsor da ist, aktiv werden”, sagte Winkler, „wir – Trainer Pat Cortina, Co-Trainer Maurizio Mansi und ich – haben ein klares Profil erstellt.”

Das liest sich ungefähr so: Ein Stürmer, harter Kämpfer und Arbeiter, kein Absahner, der nur mal schnell die Eishockeywelt außerhalb der NHL kennen lernen will.

„Ich bin ein Riesenfan unserer Mannschaft, bei dem Neuner müsste daher alles passen”, sagte Winkler. Und Cortina fügte an: „Wir verpflichten nur einen Spieler, über den wir auch sagen können, wenn er nach Ende des Lockouts wieder in der NHL spielt: Er hat unsere Spieler besser gemacht, seine Verpflichtung war für uns – nicht nur spielerisch – ein Gewinn.”

Dieser Gewinn-Spieler soll bis nächste Woche gefunden werden. Winkler: „Schee wär's.” Recht hat er.

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