Don Jackson von den Eisbären Berlin ist beim EHC München als Nachfolger von Pat Cortina im Gespräch. Red Bull will Manager Winkler nun wohl doch noch ein weiteres Jahr im Amt lassen.

München - Flügel verleihen, so der firmeneigene Slogan, das will Red Bull. Dementsprechend scheint der österreichische Brausehersteller, der aller Voraussicht nach noch im Januar Michael Phillips, den Alleingesellschafter beim EHC Red Bull München, ausbezahlen wird und dessen Münchner DEL-Lizenz erwerben wird, in München einen Eishockey-Überflieger inthronisieren zu wollen.

Nicht nur, dass der EHC in den letzten Wochen zu den Agenten mehrerer Topspieler (etwa die Nationalspieler Marcus Kink, Florian Kettemer und Marcel Müller) Kontakt aufgenommen hat, jetzt wollen die Roten Bullen gar Trainer Don Jackson vom Meister Eisbären Berlin nach München locken.

Er würde dann Pat Cortina ersetzen, der sich nach Saisonende auf sein Amt als Bundestrainer konzentrieren wird. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass es bereits erste Gespräche gegeben hat. Pikant: Jackson ist am Sonntag beim Spiel des EHC gegen die Eisbären in München zu Gast.

Jackson ist ein enger Freund von Pierre Page, der zur Zeit die Eishackler des EC Red Bull Salzburg trainiert, aber in dem neuen Eishockey-Konglomerat zu einer Art Gesamtsportdirektor Eishockey aufsteigen wird. Vergleichbar mit der Position, die Ralf Rangnick im Fußball im Red-Bull-Konzern inne hat.

Klar ist auch, dass der bisherige Manager Stefan Wagner des Zweitligisten Schwenningen in die Red-Bull-Organisation wechseln wird. Er wird als rechte Hand von Page fungieren und hauptamtlich für das Salzburger Team zuständig sein, das in Zukunft nur eine Art Farmteam für München darstellen wird.

Wagner soll eng mit dem Münchner Manager zusammenarbeiten. Und hier dürfte Red Bull von seinen Gedankenspielen, sich wie ein Elefant im Porzellanladen zu gerieren, abgekommen sein. Manager Christian Winkler (Vertrag bis 2014), der seit neun Jahren die Identifikationsfigur des Vereins ist, soll nach AZ-Informationen mindestens noch eine Saison dem EHC vorstehen.

Damit würde der Neubeginn doch kein ganz so radikaler Schnitt werden, wie zuerst angedacht.

Das Produkt Red-Bull-Eishockey in München würde damit nicht gleich fatal an den Versuch von US-Multimilliardär Philipp Anschütz erinnern, der 1999 kurzerhand die Barons in München ins Leben rief. Eine Truppe, die zwar den Erfolg nach München brachte, aber von den Fans nie als "ihre Mannschaft" akzeptiert wurde.

Sein 15-jähriges Jubiläum begeht der EHC an diesem Wochenende. Die Tradition soll weitergehen. Winkler ist – wie der Aufschrei bei Fans und Sponsoren zeigt – ein Teil dieser Tradition.