Dumm verlaufen 18.000 Euro gezahlt: Mann mit Fake-Pass verirrt sich zur Polizei

Passagiere mit gefälschten Dokumenten zu erwischen, kann auch für erfahrene Bundespolizisten eine Herausforderung sein. Wenn Reisende wie der 29-jährige Türke den Beamten den Job erleichtern und sich quasi selbst stellen, nehmen die Grenzpolizisten das gerne an. Foto: Bundespolizei

Ein 29-jähriger Türke verirrte sich am Donnerstagabend am Münchner Flughafen beim Umsteigen versehentlich in die Einreisekontrolle. Das Problem: Er hatte sich vor seiner Reise für mehrere Tausend Euro einen gefälschten Pass beschafft.

Erding - Für einen türkischen Staatsbürger war die Reise am Donnerstagabend bereits auf halber Strecke beendet. Er wurde mit einer Anzeige im Gepäck wieder zurück an den Bosporus geschickt.

Der 29-Jährige wollte von Ankara aus über München nach Kanada fliegen. Eigentlich wäre bei seinem direkten Umstieg keine Einreisekontrolle nötig gewesen, allerdings folgte der junge Mann den anderen Passagieren und landete so in den Händen der Bundespolizei. Bei der Kontrolle seines Reisepasses stellte sich heraus, dass dieser in Kanada als gestohlen gemeldet war. Auch am Passbild wurde augenscheinlich manipuliert. Also nahmen die Beamten den Möchtegern-Kanadier mit zur Wache und zeigten ihn wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des Versuchs der unerlaubten Einreise an.

Mann versetzte sogar den Schmuck seiner Frau

Bei der Vernehmung konnte oder wollte der junge Mann nicht wirklich viel sagen. Er gab zwar unumwunden zu, gewusst zu haben, dass der Pass gefälscht ist, zu den weiteren Umständen offenbarte er aber die eine oder andere Erinnerungslücke. So wollte er zum Beispiel nicht wissen, von wem er das Dokument bekommen hatte. Ein Unbekannter habe ihn mit unterdrückter Rufnummer angerufen und ihm das Angebot gemacht, ihm für 18.000 Euro einen Reisepass für eine Reise nach Kanada zu besorgen.

Anschließend habe er Verwandte angepumpt, den Schmuck seiner Frau versetzt und den geforderten Betrag zusammen mit einem Passbild von sich in Ankara an einen - natürlich unbekannten - Mittelsmann übergeben. Der Pass sei dann mit der Post gekommen – ohne Absender natürlich. Das Ticket habe er von einem Bekannten in einem Istanbuler Reisebüro, dessen Namen er überraschenderweise nicht mehr wisse, besorgen lassen.

Anschließend war er offensichtlich mit Pass und Ticket in der Tasche gen Westen gegangen, wo Bundespolizisten den 29-Jährigen jetzt im Erdinger Moos aus dem Verkehr gezogen haben. Nach einer Nacht am Münchner Flughafen und einer Zahlung von 900 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens geht es für den Türken am Freitagvormittag mit geschmälerter Reisekasse, dafür aber einer Anzeige im Gepäck, zurück in die türkische Hauptstadt.

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