Drogen und Prostitution Acht Stunden! So lief die Razzia in der Leopoldstraße

Der "Orient Garden" wird seit Montag (unabhängig von der Razzia) renoviert - das trifft sich gut. Die Polizei ging nicht zimperlich mit der Einrichtung im Inneren um. Foto: Petra Schramek/privat

Sonntagfrüh durchsuchen 75 Polizisten den vorwiegend von arabischen Gästen besuchten "Orient Garden" – sie treffen 25 mutmaßliche Prostituierte an und finden zwei falsche Fuffzger.

Schwabing – Fast 100 Menschen werden kontrolliert und durchsucht: Die Razzia in einem Club an der Leopoldstraße mit 75 Polizisten erregt Sonntagfrüh in Schwabing großes Aufsehen. Die Ainmillerstraße ist stundenlang gesperrt, Anwohner sorgen sich. Erst nach achteinhalb Stunden ist der Großeinsatz beendet, für den die Polizisten sogar ein Zelt auf die Straße gestellt haben.

Am Montag dann äußerte sich die Polizei zu der Razzia. Die Bilanz: "Bei 25 Frauen ergab sich der Verdacht der unerlaubten Prostitution", so Polizeisprecher Michael Riehlein. Ein Indiz dafür: Die Frauen hatten viel Geld bei sich, einige sogar mehrere tausend Euro.

Auch ihr mutmaßlicher Zuhälter soll sich im Club aufgehalten haben. Er vermietet den Frauen die Zimmer für die Liebesdienste, vermutet die Polizei.

Bei einem Mann wurde eine geringe Menge Kokain sichergestellt. Auch wurden bei einer Italienerin, die 1.500 Euro dabei hatte, zwei gefälschte 50-Euro-Scheine entdeckt.

An der Razzia waren Drogenfahnder, ein Drogensuchhund, Zollfahnder, Kripo- und Streifenpolizisten sowie Beamte des Landeskriminalamtes beteiligt. Im Fokus der Polizisten standen Drogenkriminalität und verbotene Prostitution im Sperrbezirk.

Der Betreiber will auf Schadenersatz klagen

Der Club Orient Garden (auch Deluxe Munich) wird vorwiegend von arabischen Gästen besucht. Am Freitag und Samstag wird arabische Livemusik gespielt.

Der Betreiber und Geschäftsführer Ali Waleed findet die Razzia völlig unverhältnismäßig: "Ich hatte Gäste aus aller Welt da: aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Australien und Italien. Es war bombenvoll. Und dann stürmen die hier rein. Wir dachten zuerst, das sind Verbrecher."

Heiße Kohle aus den Wasserpfeifen sei auf den Boden gefallen, ein Mann habe zwei Stunden mit den Händen an der Wand stehen müssen. "Ich habe mehrmals gesagt, dass ich kooperativ bin", sagt Waleed, "aber ich bekam nicht einmal eine Antwort." Frauen hätten geweint, weil sie nicht zur Toilette durften. "Es gab keine einzige Festnahme. Aber mein Laden und mein Ruf sind jetzt zerstört. Diese Touristen kommen nie wieder. Ich werde Schadenersatz einklagen!"

Am Montag bauten Arbeiter neue Türen und Fenster im Club ein. Mit der Razzia hat das nichts zu tun – die Renovierung war seit langem geplant

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