Im Airbus 346 von Sao Paulo nach München trennt nur eine dünne Hülle aus Aluminium und Kunststoff die Passagiere vom sicheren Tod. Reißt sie, war’s das. Manchem Fluggast geht es im Inneren ganz ähnlich – sein Leben hängt an einer hauchfeinen Schicht Gummi. Platzt eines der kokaingefüllten Kondome in seinem Darm, ist der Drogenkurier tot.
MÜNCHEN - Diese „Bodypacks“ sind eine lebensgefährliche und menschenverachtende Art des Drogenschmuggels – und doch ziehen Zollfahnder am Münchner Flughafen immer mehr Menschen mit Bodypacks heraus. 2010 erwischten sie einen, 2011 waren’s plötzlich neun, und 2012 bereits drei – der letzte flog am vergangenen Dienstag mit zwei Kilo flüssigem Kokain im Körper auf.
Als Beweis dient den Fahndern ein Röntgenbild. Darauf ist jedes Päckchen Drogen im Bauch des Boten deutlich zu sehen: weiß und walnussgroß – genau so sieht die Mafia von innen aus.
Jürgen Thiel, Sachgebietsleiter Rauschgift beim Zollfahndungsamt München, erklärt, wer die Kuriere sind, wie die tödlichen Drogen in ihre Körper kommen – und warum sie für ein paar hundert Euro ihr Leben riskieren.
Die typische Reise eines Bodypack-Kuriers – die jederzeit die letzte sein kann: