Dramen auf der Piste Poisson, Maier, Burkhart: Todesfälle im alpinen Skisport

Ihre Leidenschaft wurde zum tödlichen Verhängnis: die Skistars David Poisson, Ulrike Maier und Regine Cavagnoud (v.l.). Foto: dpa

Die Sportwelt trauert um den jungen deutschen Skifahrer Max Burkhart. Nur drei Wochen vor dem Partenkirchener starb der Franzose David Poisson. Seit 1938 kamen 32 alpine Skisportler ums Leben.

München - Der deutsche Nachwuchs-Skirennfahrer Max Burkhart ist bei einem Abfahrtsrennen im kanadischen Lake Louise ums Leben gekommen. Der 17-Jährige war am Dienstag (Ortszeit) in ein Fangnetz gefahren.  Er starb wenige Stunden später im Krankenhaus der westkanadischen Stadt Calgary. Es ist nicht der erste tödliche Zwischenfall im alpinen Skisport, wie dieses Chornologie zeigt. 

Liste von Todesfällen im alpinen Ski-Rennsport

1938 in Garmisch-Partenkirchen: Der zweimalige WM-Zweite Giacinto Sertorelli (Italien) prallt während der Internationalen Skiwoche bei der Abfahrt auf der Kandahar gegen einen Baum.

1953 in Madesimo/Italien: Ilio Colli (Italien) prallt bei einem Abfahrtsrennen gegen einen Baum.

1959 in Garmisch-Partenkirchen: John Semmelink (Kanada) stürzt bei der Abfahrt auf der Kandahar in ein Bachbett und erliegt einen Tag später den Folgen eines Schädelbruchs.

1959 in Rottach-Egern: Toni Mark (Österreich) fährt beim Abfahrtsrennen um den "Goldenen Schild" in eine Gruppe von Zuschauern und erliegt drei Tage später seinen Verletzungen. Drei Zuschauer werden verletzt.

1964 in Innsbruck: Ross Milne (Australien) prallt am 25. Januar beim Training zur Olympia-Abfahrt am Patscherkofel gegen einen Baum.

1965 in Cervinia/Italien: Walter Mussner (Italien) fährt bei einem Hochgeschwindigkeitsrennen in eine Zeitmessanlage.

1969 in Sportinia/Italien: Silvia Suter (Schweiz) prallt bei einem FIS-Rennen im Zielauslauf in eine Absperrung.

1970 in Megeve/Frankreich: Michel Bozon (Frankreich) erleidet bei einem Sturz in der Weltcup-Abfahrt einen Genickbruch.

1972 in Winter Park/USA: David Noelle (USA) prallt in der Abfahrt der Universitäts-Meisterschaften mit dem Kopf gegen einen Baum.

1972 in Schladming/Österreich: Arthur Gobber (Österreich) verunglückt in der Abfahrt der österreichischen Junioren-Meisterschaften.

1973 in Norwegen: Sverre Rasmusbakke (Norwegen) verunglückt in einem Riesenslalom.

1975 in Val d'Isere/Frankreich: Michel Dujon (Frankreich) prallt im Training gegen den Mast eines Skilifts.

1979: Finninsche Skifahrerin stürzt in Gletscherspalte

1975 in Zell am Ziller/Österreich: Markku Vuopala (Finnland) prallt bei den Junioren-Europameisterschaften nach der Zieldurchfahrt in der Abfahrt gegen einen Baum.

1979 in Hintertux/Österreich: Die finnische Slalom-Meisterin Sara Mustonen stürzt während der Vorbereitung auf die neue Saison in eine Gletscherspalte.

1979/1986 in Lake Placid/USA: Leonardo David (Italien) erleidet bei einem Sturz im Zielhang der vorolympischen Abfahrt Kopfverletzungen, an deren Folgen er nach siebenjährigem Koma stirbt.

1982 in Bolsterlang/Allgäu: Der 16 Jahre alte Uwe Piske (Edingen) prallt beim Einfahren für die Abfahrt der deutschen Meisterschaften mit dem Kopf gegen einen Baum. Er trug keinen Helm.

1984 in Rohrmoos/Österreich: Sepp Walcher (Österreich), Abfahrts-Weltmeister von 1978, erleidet bei einem Sturz in einer Volksabfahrt einen Schädelbruch.

1991 in Wengen/Schweiz: Gernot Reinstadler (Österreich) erleidet beim Sturz im Zielhang des Qualifikations-Rennens für die Weltcup-Abfahrt eine Beckenspaltung und schwere Verletzungen der Blutgefäße im Unterleib.

1992 in Les Arcs/Frankreich: Nicolas Bochatay (Schweiz) prallt beim Aufwärmen zum Geschwindigkeitsrennen im Rahmen der Olympischen Spiele mit einer Pistenraupe zusammen.

1994 in Garmisch-Partenkirchen: Ulrike Maier (Österreich) prallt bei der Weltcup-Abfahrt nach einem Sturz im unteren Streckenteil der Kandahar mit dem Kopf gegen eine Zeitmess-Vorrichtung und erleidet einen Genickbruch.

1994 in Innerkrems/Österreich: Peter Wirnsberger II (Österreich) stürzt beim freien Skifahren nach den österreichischen Meisterschaften auf einer Eisplatte.

1996 in Altenmarkt-Zauchensee/Österreich: Kirsten McGibbon (Großbritannien) stürzt bei einer Nachwuchs-Abfahrt und erleidet schwere Kopfverletzungen sowie innere Blutungen.

2001: Weltmeisterin Cavagnoud prallt mit Trainer zusammen

2001 auf dem Pitztaler Gletscher/Österreich: Super-G-Weltmeisterin Regine Cavagnoud (Frankreich) erleidet bei einem Zusammenprall mit dem deutschen Nachwuchstrainer Markus Anwander schwerste Verletzungen. Sie stirbt zwei Tage später in einem Innsbrucker Krankenhaus.

2002 in Verbier/Schweiz: Werner Elmer (Schweiz) prallt bei einem FIS-Rennen mit einem Streckenposten zusammen und stirbt an der Unfallstelle. Der Streckenposten bleibt unverletzt.

2004 in Mount Bachelor/USA: Nachwuchs-Rennläuferin Shelley Glover (USA) erleidet bei einem Trainingssturz tödliche Kopfverletzungen.

2008 auf dem Kaunertaler Gletscher/Österreich: Nachwuchsfahrer Ursin Smed (Schweiz) wird bei einem Nachwuchscamp der Schweizer Verbandes von einem Schneebrett erfasst und erliegt wenig später seinen Verletzungen.

2012 in Erzurum/Türkei: Asli Nemutlu (Türkei) erleidet bei einem Sturz im Training für die türkischen Jugendmeisterschaften einen Genickbruch.

2017 in Nakiska/Kanada: Routinier David Poisson (Frankreich), WM-Dritter 2013, verunglückt beim Abfahrtstraining der französischen Mannschaft.

2017 in Lake Louise/Kanada: Max Burkhart (Partenkirchen) stürzt beim Abfahrtstraining schwer und erliegt einen Tag später seinen Verletzungen.

Todesfälle im Skicross und Freestyle

Sarah BurkeSarah Burke: die Freestylerin starb an den Folgen eines Trainingssturzes. Foto: dpa

2012 in Park City/US-Bundesstaat Utah: Freestyle-Ikone Sarah Burke (Kanada) stirbt neun Tage nach einem Trainingssturz in der Superpipe von Park City an ihren schweren Kopfverletzungen.

2012 in Grindelwald/Schweiz: Skicrosser Nick Zoricic (Kanada) stürzt beim Zielsprung des Weltcup-Rennens und erliegt kurz darauf einem schweren Schädel-Hirntrauma.

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