"Wir werden auch wieder Spiele verlieren", prophezeite der Olympiasieger vor den deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften in Timmendorfer Strand.

Timmendorfer Strand - Jonas Reckermann hatte es schon vor dem Comeback an der nasskalten Ostsee kommen sehen. "Wir werden auch wieder Spiele verlieren", prophezeite der Olympiasieger vor den deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften in Timmendorfer Strand.

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"Wir sind ja jetzt nicht auf einmal unschlagbar, nur weil wir ein Turnier gewonnen haben." Gut erkannt: Gegen Eric Koreng und Alexander Walkenhorst waren Reckermann und sein Gold-Partner Julius Brink beim 0:2 (19:21, 14:21) chancenlos und verpassten ihren vierten Titel in Serie.

Ihre erste deutsche Meisterschaft sicherten sich Jonathan Erdmann und Kay Matysik. Die Olympia-Neunten bezwangen im Finale Eric Koreng und Alexander Walkenhorst mit 2:0 (25:23, 21:16).

Zwei Wochen lang hatten die Beach-Boys Reckermann und Brink ihren London-Triumph ausgekostet. Zu all den Feiern gesellten sich auch noch die TV-Auftritte im Aktuellen Sportstudio und bei Markus Lanz, doch irgendwann war Schluss mit lustig. "Das muss an Feierei erst mal genügen, wir wollen ja auch noch nüchtern auf den deutschen Meisterschaften spielen", sagte Reckermann.

Wie schwer es tatsächlich war, sich so kurz nach dem sportlichen Höhepunkt ihres Lebens auf die nationale Titeljagd zu konzentrieren, zeigte sich für das Gold-Duo im nasskalten Ostsee-Sand. Schon der 2:1-Auftaktsieg gegen Sebastian Prüsener und Henrik Weßel war mühsam. "Es war natürlich schwer, in den letzten Wochen die Medien zu bedienen, dabei mit beiden Beinen auf dem Boden und trotzdem in unserem Trainingsrhythmus zu bleiben", sagte Brink zum Gold-Rummel.

Zwar steigerten sich Brink/Reckermann in den Partien danach, gegen Koreng/Walkenhorst hatten sie aber nicht den Hauch einer Chance. Mit einem Aufschlag ins Aus besiegelte Brink nach nur 46 Minuten den Sieg von Koreng/Walkenhorst. Die gestürzten Champions nahmen es gelassen - und traten zum Spiel um Platz drei gar nicht mehr an.

Noch schlimmer erwischte es die Olympia-Fünften Sara Goller und Laura Ludwig. Das deutsche Top-Duo musste schon am ersten Tag die Segel streichen und beendete das Turnier nur auf Rang sieben. "Ich bin einfach leer", gestand Goller - und gab den anhaltenden Trennungsgerüchten neue Nahrung. "In der nächsten Woche setzen wir uns zusammen und bereden, wie es weitergeht."

Kollegin Ludwig ließ es sich aber nicht nehmen, als erste mit der frisch gekürten Meisterin Ilka Semmler anzustoßen. Zusammen mit Katrin Holtwick hatte diese im Finale am Samstag Geeske Banck und Kira Walkenhorst mit 2:0 (21:12, 23:21) besiegt und sich wie schon 2009 den Titel gesichert. "Ich spüre meinen Körper an allen Ecken", stöhnte Holtwick nach den Anstrengungen der Olympia-Wochen. "Ich kann kaum noch auf den Beinen stehen."