Django Asül ist EM-Kolumnist der AZ. Heute schreibt er über Ex-Fußballer als TV-Experten. Mehr über ihn unter: www.django-asuel.de

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Jogis Buben haben zwei Siege eingefahren. Und sie haben sich auch noch erfreulich gesteigert. Grund genug, sich auf die wirklich wesentlichen Dinge bei der EM zu konzentrieren: Die Kommentatoren. Gerade da, wo ehemalige Bayern-Spieler agieren, ergeben sich sehr positive Reizpunkte für die DFB-Elf. Mehmet Scholl ging nicht gerade zimperlich um mit Gomez nach dem Auftaktspiel. Statt zu schmollen, nahm der Stürmer die konstruktive Kritik an und erledigte Holland im Alleingang.

Als Gegenpol zu Scholl ist Oliver Kahn natürlich ein Volltreffer. Der Titan ist der entscheidende Kuschelfaktor. Gerade jetzt, wo die EM in die gemütliche Phase abdriftet, weil die Totalpleite nicht mehr möglich ist, hält der Ex-Keeper den Ball erfreulich flach. In seiner aktiven Zeit hat er oft genug Mitspieler verdroschen, Gegner gewürgt, Schiedsrichter tyrannisiert oder ganze Südkurven aus dem Stadion gejagt.

Doch dass das auf Dauer nichts bringt, hat er längst eingesehen. Deshalb hat er sich für ein sehr entspanntes Ambiente entschieden: Weit weg von der Ukraine, auf einem Hubschrauberlandeplatz im Wasser, umgeben von Rentnern in Liegestühlen.

Damit sendet Olli ein wichtiges Zeichen an die Lahm & Co: Bewahrt die Ruhe, ich bin zwar weit weg, aber doch ganz nah. Und falls es mal brennt, komme ich mit dem Hubschrauber.