Im neuen Logo des DEL-Klubs sind zwei rote Bullen abgebildet. Die meisten Fans sehen’s gelassen

MÜNCHEN Die großen Proteste blieben aus am Dienstag, als der EHC sein neues Logo präsentierte. Vom alten Eishockeyclub sieht man in diesem nichts mehr, es dominiert der neue Namenssponsor Red Bull. Die Fans hatten es wohl schon erwartet. Trotzdem legte Geschäftsführer Claus Gröbner großen Wert auf darauf, dass der EHC eigenständig sei. Man wolle vielmehr „einen gemeinsamen Weg gehen”. Auch Manager Christian Winkler überzeugte die meisten Anhänger vom österreichischen Sponsor: „Ich war am Dienstag in Salzburg und habe gesehen, was die da machen. Da redet man immer nur von Kommerz, aber was die alleine für den Nachwuchs tun, ist sensationell. Da können wir von diesen Leuten nur profitieren.”

Nichts davon hören wollten die Ultra-Fanclubs „Freaks” und „Münchner G’sindl”, dazu kommt noch der Fanclub „7. Mann”. Sie lösten sich schon vor Wochen auf. Tenor: „Der EHC hat sich an einen Konzern verkauft, wir bleiben weg”. Die AZ hat sich bei weiteren Fanclubs umgehört.

Roland Krausa (Vorsitzender der „Bullyfreunde Moosach”): „Der ganze Fanclub wusste: Am 24. Mai muss die Lizenz beantragt werden, vorher wollte ich nichts anderes hören als ’Der EHC existiert’. Wir sind super froh über Red Bull, im Gegensatz dazu ist der Einstieg der Österreicher eine Schande für die Münchner Wirtschaft. Jetzt brauchen wir noch ein neues Stadion. Denn mit der Schrottmühle im Olympiapark kommen wir nicht mehr weit.”

Ralph Wild (Vorsitzender der „Blueliner München”): „Ich habe die große Angst, dass der Konzern auch in München den harten Weg fahren wird, den wir aus Salzburg kennen. Dort hat man den Fußball-Fans von Austria Salzburg verboten, mit den alten Farben ins Stadion zu kommen. Wenn ich mit meiner Kutte nicht mehr ins Stadion dürfte, wäre das das Schlimmste. Ich hoffe, die sind durch den Ärger sensibler geworden.”

Franz Feiner (Vorsitzender der „Blue Bears”): „Der Fanclub steht hinter den Entscheidungen, wir wollen alle weiter DEL-Spiele sehen. Die meisten von uns sind seit über 20 Jahren beim Eishockey, die hätten den x-ten Neuanfang wohl nicht mehr mit gemacht. Dass das Logo jetzt so aussieht, war zu erwarten. Ich sehe das eher als große Chance für das Münchner Eishockey.”

Robert Stöger (Vorsitzender der „Eisheiligen”): „Wir stehen weiter zum EHC. Uns ist die Farbe des Trikots egal. Selbst Hedos hat schon in rot-weiß gespielt. Auch der Name war von einem Kleidungshersteller. In München gibt’s eben nur die Chance mit Namenssponsor. Außerdem gibt uns der Name neue Möglichkeiten, vor der Stadt aufzutreten, damit wir eine neue Halle bekommen.

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