Diskriminierung? Ist "Schwarzfahren" rassistisch?
Julia Lenders, 10.02.2012 07:00 Uhr
"Schwarzfahren": Ein Stadtrat der Linken findet den Begriff rassistischFoto: imago
Der Münchner Linken-Stadtrat Orhan Akman wittert Diskriminierung und will den Begriff durch einen anderen ersetzen lassen. Was Sprachwissenschaftler zur Forderung sagen.
München - Dass man Cola-Weizen bestellt und keinen „Neger“, ist inzwischen Standard. Auch der Begriff „Schokoküsse“ hat sich für die früheren „Mohrenköpfe“ weitgehend durchgesetzt.
Jetzt startet der Linken-Stadtrat Orhan Akman einen weiteren Vorschlag zur Befreiung der Sprache von rassistischen Begriffen. Konkret stört er sich am Wort: „Schwarzfahrer“. Über die Ticketsünder war gerade viel geschrieben und geredet worden. Weil der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen härtere Strafen für sie fordert (AZ berichtete). Das hat Stadtrat Akman jetzt zum Anlass für einen Antrag genommen. Und darin fordert er unter anderem: Die Münchner Verkehrsgesellschaft soll dem Stadtrat darstellen, wie sie das Wort „Schwarzfahrer“ in den U-Bahnen, Trambahnen und Bussen „durch einen anderen Begriff, der nicht-rassistisch ist, ersetzen kann“.
Zur Begründung führt er an: Diese umgangssprachliche Bezeichnung für Menschen, die kein Ticket haben, sei rassistisch, „da sie die Hautfarbe bestimmter Menschen in einen negativen Kontext stellt“.
Schwarzbrenner, Schwarzgeld, Schwarzarbeiter, Schwarzmarkt – alles diskriminierende Begriffe? Muss, wer politisch korrekt sein will, andere Worte wählen?
Die AZ hat Linguisten und Sprachforschern gefragt. Die winken einhellig ab: „Rassistisch ist das überhaupt nicht“, sagt etwaJürgen Kunze, der früher Professor am Institut für deutsche Sprache und Linguistik an der Humboldt-Universität an Berlin war.
Als Christiane Wanzeck, Linguistin an der Ludwig-Maximilians-Universität, von dem Vorstoß des Stadtrats hört, sagt sie: „Das ist jemand, der keinen Sprachverstand hat!“ Mit der Hautfarbe habe der Begriff Schwarzarbeiter rein gar nichts zu tun. So wie ein blinder Passagier nichts mit Blinden zu tun habe. Vielmehr stehe „schwarz“ in dem Fall für illegal. Für etwas, das im Dunkeln, im Verborgenen passiert. Schon vor Jahrhunderten seien solche Kombinationen aus Farbadjektiven und Hauptwörtern weit verbreitet gewesen. Dass „Schwarzfahrer“ ein rassistischer Ausdruck sein soll, hält sie für „sprachlich null haltbar und an den Haaren herbeigezogen“.
Eric Fuß von der Universität Leipzig erklärt, dass der Begriff nach weit verbreiteter Auffassung auf den jiddischen Ausdruck „shvarts“ für „Armut“ zurückgeht. „Schwarzfahrer sind demnach diejenigen, die sich kein Ticket leisten können.“
Um bei bunten Formulierungen zu bleiben: Die Sprachwissenschaftler geben grünes Licht, der Begriff sei unbedenklich. Die MVG hatten gestern ohnehin gelassen auf den Vorstoß reagiert: „Uns ist nicht bekannt, dass die Bezeichnung Schwarzfahrer, die im Übrigen weder von uns stammt noch ausschließlich von uns genutzt wird, einen rassistischen Hintergrund hätte.“
Mit seinem vorletzten Vorschlag zur Entdiskriminierung der Sprache hatte Akman übrigens Erfolg. Im November forderte er, dass rassistische Werbung auf der Wiesn verhindert werden solle. Konkret ging es um den „Eismohr“. Der soll – zumindest unter diesem Namen– künftig von der Festwiese verbannt werden.
Schwarz bleibt schwarz
:D die haben sonst keine probleme ^^ Schon das man sagt Schwarz wäre Rassistisch ist schon Rassistisch ,weil man ja dann davon aus geht , das schwarz auch wirklich schwarze Menschen betrifft , obwohl diese gar nicht schwarz sind sondern eher bräunlich. ' Wenns keine Probleme gibt macht man sich welche '
Schwarzfahren = Rassismus
Ist den Kommentatoren bekannt, wo der Herr Akman arbeitet? Bei der Gewerkschaft Ver.di - und den bezahlen auch noch die Mitglieder ganz ordentlich - für so einen Schmarren, den er wahrscheinlich auch noch an seinem Arbeitsplatz im Gewerkschaftshaus fabriziert hat. So, wie er eben manche Recherchen, die er selbst machen müsste, lieber mit Anträgen im Stadtrat vom Steuerzahler finanzieren lässt. Auf diese Ideen muß man erst kommen - vielleicht am SCHWARZEN MEER?
Schwarz fahren = rassistisch?
Es gibt ja sonst keine gravierenden Probleme in München, oder? Ich möchte nicht wissen, welche 'rassistischen' Begriffe die türkische Sprache beinhaltet. Also Schwarz bleibt Schwarz. Auch die CSU. Und Blau machen gilt immer noch als IN, wenn man nicht zur Schule oder in die Arbeit gehen will. Mein Rat: Einfach diese Meinungsäußerung des Herrn Stadtrat negieren!