Schwere Schlappe für Bayerns Europaministerin Emilia Müller: die oberpfälzische CSU-Bezirksvorsitzende hat den Machtkampf um eine Direktkandidatur bei der Landtagswahl 2013 verloren. Die Landtags-SPD sieht Müller schwer beschädigt.

München  – „Ohne Rückhalt in der eigenen Partei ist sie ab sofort eine Ministerin auf Abruf“, sagte Fraktionschef Markus Rinderspacher am Sonntag. Müller hatte zuvor abgekündigt, nun erneut auf der Oberpfalz-Liste antreten zu wollen. „Ich bin zuversichtlich dass ich meine Arbeit auch im Kabinett fortsetzen kann“, sagte sie der Zeitung „Der neue Tag“.

Die 61-Jährige war am Freitag bei einer Delegiertenversammlung in Neunburg vorm Wald (Landkreis Schwandorf) in einer Kampfabstimmung gegen den Schwandorfer Kreisvorsitzenden Alexander Flierl unterlegen. Der 42-Jährige wurde nach Angaben aus der CSU mit 94 Stimmen zum Direktkandidaten im Stimmkreis Schwandorf gewählt – Müller erhielt nur 71 Stimmen.

Der bisherige Schwandorfer Landtagsabgeordnete Otto Zeitler (68) hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt – und massiv Stimmung gegen die Ministerin gemacht. Müller war 2008 zwar auf Platz eins der oberpfälzischen CSU-Liste gestanden, hatte aber keinen eigenen Wahlkreis – und verpasste deshalb den Sprung in den Landtag. Regierungschef Horst Seehofer (CSU) machte sie dennoch zur Ministerin.