Die Voraussetzungen im Überblick Frühverrentung - so geht's

Zu krank zum Arbeiten? Unter diesen Voraussetzungen ist die Frührente möglich

Berlin - Wer schwer erkrankt ist, kann nicht immer bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter arbeiten. In einigen Fällen können Arbeitnehmer Erwerbsminderungsrente bekommen und frühverrentet werden.

Die volle Erwerbsminderungsrente kann erhalten, wer nach ärztlicher Prüfung täglich weniger als drei Stunden arbeiten kann, erklärt Dirk von der Heide, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die durchschnittliche Rente lag 2012 bei voller Erwerbsminderung in Westdeutschland bei 723 Euro im Monat, in Ostdeutschland bei 698 Euro.

Nach einer neuen Studie war die Ursache für fast jede zweite (42 Prozent) neue Frühverrentung in 2012 eine psychische Erkrankung. Wer weniger als sechs Stunden täglich erwerbsfähig ist, kann einen Anspruch auf Teilerwerbsminderungsrente haben. 2012 bekamen Betroffene in dem Fall im Schnitt 492 Euro im Monat, in den neuen Bundesländern waren es 423 Euro, erläutert von der Heide.

Eine Erwerbsminderungsrente erhalten Erkrankte in der Regel jedoch nur, wenn sie mindestens fünf Jahre in die Rentenkassen eingezahlt haben. Außerdem müssen sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt haben.

Wer zum Beispiel aufgrund einer selbstständigen Tätigkeit oder einer Familienauszeit längere Zeit keine Beiträge in die Rentenkasse zahlt, verliert unter Umständen seinen Anspruch. Wer frühverrentet werden möchte, muss einen Antrag bei der Rentenversicherung stellen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Krankenkasse Beschäftigte auffordert, einen Reha-Antrag zu stellen. Dieser Aufforderung müssen sie nachkommen, sagt von der Heide. Wenn ein Gutachter für eine Reha-Maßnahme keine Erfolgsprognose bescheinigt, wird der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet.

 

Debatte der Woche: Brauchen wir die Rente mit 63?

Die Zahl der Rentenbezieher steigt immer weiter an, gleichzeitig sinkt die Zahl derer, die in die Rentenkasse einzahlen. Deswegen wurde das Rentenalter auf 67 raufgesetzt. Jetzt kann es – unter bestimmten Bedingungen – wieder auf 63, ja sogar auf nur 61 Jahre sinken. Was sagen Sie zu diesem Thema, wie sollte die ideale Lösung aussehen? Diskutieren Sie mit, verwenden Sie dafür die untenstehende Kommentarfunktion - in diesem Fall bitte ausschließlich unter ihrem Klarnamen, weil wir einen Teil der Beiträge auch in der gedruckten Abendzeitung abbilden möchten.

 

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