Die Gangway fehlte Pilot schimpft an Bord: Flughafen-Chef hört mit

Die Passagiere warten – die Limousine des Flughafen-Chefs auch. Foto: Ralf Müller

Weil eine Gangway nicht verfügbar ist, lässt der Kapitän seinen Frust raus. Die Passagiere müssen warten – der Airport-Boss nicht.

München - In der Stimme des Flugkapitäns klang deutliche Verärgerung mit. Nun sei man "auf die Minute pünktlich" aus Brüssel kommend gelandet, aber eine Treppe zum Aussteigen sei nicht in Sicht, ließ der Pilot des Fluges LH2287 Brüssel-München wissen: "Man hat uns vergessen". In München habe man "schon seit Tagen diese Probleme..."

Einem Passagier in der Business-Klasse mussten bei diesen Worten die Ohren geklungen haben: Der Chef des Münchner Flughafens Michael Kerkloh musste sich ebenso wie die anderen Passagiere gedulden, bis er nach einiger Verzögerung die Maschine verlassen konnte.

Flughafen weist auf Qualität hin

Während Kerkloh von seiner Dienstlimousine vom Vorfeld abgeholt wurde, warteten die anderen Fluggäste im Terminal dann noch geraume Zeit auf die Auslieferung ihres Gepäcks. "Verzögert", hieß es auf der Anzeigentafel - bis endlich 45 Minuten nach Ankunft des Flugzeugs auch ihre Taschen und Koffer vom Flughafen freigegeben wurden.

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass die Münchener Flughafengesellschaft FMG auf die besondere Qualität des Airports hinweist, der seit kurzem als der erste und bisher einzige Fünf-Sterne-Flughafen Europas gilt. Diese begehrte Auszeichnung verlieh das Londoner Luftfahrtforschungsinstitut "Skytrax" im Frühjahr dieses Jahres an die Münchener.

Ein Parkplatz-Problem

Über mehrere Monate hinweg stand der Airport auf dem Prüfstand. "Der Flughafen München", so dessen Betreibergesellschaft, hebe sich unter anderem durch "außergewöhnliche Servicequalität" und "vereinfachte Abläufe entlang der gesamten Reisekette" von anderen ab. Oder halt manchmal auch weniger.

Übrigens: Ausschlaggebend für das Fehlen einer Fluggasttreppe für den Flug LH2287 gestern von Brüssel nach München war ein EDV-Problem.

Fragt sich bloß, warum Linienmaschinen trotz Inbetriebnahme des Satelliten-Terminals immer noch auf dem Vorfeld abgestellt werden. Hierfür hat der Flughafen eine einfache Erklärung: Zu Spitzenzeiten - und zur Ankunftszeit des Fluges LH2287 aus Brüssel befand man sich offenbar in einer Rushhour - kann es vorkommen, dass nicht alle Luftfahrzeuge an Terminalpositionen Platz finden. Vereinfacht gesagt: ein Parkplatz-Problem.

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