Glatteis bedeutet höchste Gefahr für Autofahrer. Um rechtzeitig Salz streuen zu können, installiert der Freistaat jetzt ein dichtes Meldesystem.

Erlangen – Ein dichtes Netz aus Meldeanlagen auf Autobahnen und Bundesstraßen soll künftig rechtzeitig vor glatten Fahrbahnen warnen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte am Freitag in Erlangen ein neues System vor. Die Anlagen lieferten wichtige Informationen für Winderdiensteinsätze, sagte Herrmann. Bislang wurden auf den Autobahnen im Freistaat 227 Glätte-Meldeanlagen installiert. Auf den Bundes- und Staatsstraßen stehen bereits 170 Anlagen. Ziel sei es, die Feuchtigkeit sowie Luft- und Straßentemperatur alle 80 bis 100 Kilometer zu messen.

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Im Raum Nürnberg stünden zehn der rund 30 000 Euro teuren Anlagen, sagte der Sachgebietsleiter der Autobahndirektion Nordbayern, Harald Claußen. In Nordbayern gebe es 60 Anlagen. Die Messwerte könnten zentral abgerufen und auf einer Karte angezeigt werden. Eine Kamera mache alle zehn Minuten ein Foto vom Straßenbelag, um dessen Zustand zu dokumentieren. Das neue System ermögliche es, Salz-Einsätze gezielter und schneller zu steuern und rechtzeitig vor dem Glatteis zu reagieren.

Mit den Fotos könne überprüft werden, ob die Maßnahmen erfolgreich gewesen seien, sagte der Innenminister. Sie würden nicht gespeichert. Er versicherte außerdem, dass die Kameras nicht gegen Verkehrssünder eingesetzt würden.

In den 96 Autobahn- und Straßenmeistereien arbeiten rund 2850 Mitarbeiter. Sie sorgen mit rund 750 Fahrzeugen für möglichst freie Straßen im Freistaat. In Bayern gibt es rund 25 000 Kilometer Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen. Für diesen Winter wurden Herrmann zufolge mehr als 600 000 Tonnen Salz eingelagert. 300 000 Tonnen davon liegen bereits in den Meistereien, der Rest wird in elf Salzlagerhallen bereitgehalten. Im vergangenen Winter wurden rund 300 000 Tonnen Salz für knapp 25 Millionen Euro gestreut.

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