Deutsches Marken- und Patentamt Security macht sich monatelang auf Streife die Taschen voll

, aktualisiert am 11.08.2017 - 16:44 Uhr
Dieser Einbrecher musste keine Angst vor Nachtwächtern haben, denn er war selbst einer. (Symbolbild) Foto: imago/allOver-MEV

Über einen langen Zeitraum hat ein Sicherheitsmitarbeiter im Deutschen Patentamt in der Zweibrückenstraße nachts Rollcontainer aufgebrochen und Geld und Wertsachen gestohlen. 

Isarvorstadt – Mal waren es ein paar Euro aus einem Schreibtisch, mal ein Tabletcomputer, der herumlag. Die Diebstähle im Patent- und Markenamt in der Zweibrückenstraße häuften sich seit Ende letzten Jahres. Jetzt ist der Dieb überführt. Der geständige Langfinger ist ein externer Mitarbeiter, ausgerechnet jemand von einer Sicherheitsfirma.

Seit letzten Dezember verschwanden aus Büros im Patentamt immer wieder Wertgegenstände. Der Täter brach Schubladen auf oder Rolltainer, die kleinen Kästen unter den Schreibtischen. 37 dieser Behälter knackte der Dieb, drei weitere wurden beschädigt. Der Sachschaden an der Büroeinrichtung beträgt mehrere Tausend Euro. Der Wert der Diebesbeute dürfte bei rund 1.500 Euro liegen. Die Taten ereigneten sich immer nach Büroschluss und in der Nacht. Das Patentamt schaltete schließlich die Polizei ein. Schnell war klar, dass die Häufung der Diebstähle kein Zufall sein kann.

Schließlich stellte man dem Dieb eine Falle. In einem der Büros wurde eine Webcam installiert, natürlich nur zur Erprobung. Alles andere wäre schon aus rein arbeitsrechtlichen Gründen natürlich nicht in Ordnung. Die Testkamera lieferte schließlich den Beweis.

Am 27. März um 1.30 Uhr nachts fing die Webcam eine interessante Szene ein. Auf dem Video ist ein Mann zu sehen, wie er sich an einem der Schreibtische zu schaffen macht. Der Täter war kein Einbrecher, sondern jemand, dessen Job es eigentlich ist, im Haus für Sicherheit zu sorgen, ein Wachmann.

Der Rest der Ermittlungen war dann nur noch reine Routine. Die Fahnder brauchten den Mann auf dem Video nur mehr zu identifizieren und die Tatzeiten mit dessen Dienstplänen bei der Sicherheitsfirma abgleichen. Schon war der Langfinger überführt. Die Beamten nahmen den 25-jährigen Münchner fest.

"Der Verdächtige zeigt sich größtenteils geständig", sagt Polizeisprecher Michael Rehlein. Bis eine Woche vor seiner Festnahme habe er in den Büros gestohlen, gab der Wachmann bei der Vernehmung durch die Kripo zu.
Seinen Job ist der 25-Jährige natürlich längst los. Haftbefehl erging gegen ihn bisher nicht, weil sich der Wachmann geständig zeigt.

Der Münchner wird sich wegen Einbruchdiebstahl vor Gericht verantworten müssen. Laut Paragraf 243 Strafgesetzbuch droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und zehn Jahren.

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