Derby im Grünwalder Stadion TSV 1860 München verliert 0:1 gegen FC Bayern II: "Es tut weh"

Hängende Köpfe bei Kindsvater, Ziereis und Bachschmid nach der Derby-Niederlage Foto: imago/foto2press

Die Löwen verlieren das Derby gegen Bayern II mit 0:1. "Wir waren wohl nervös, weil es gegen die Bayern geht", sagt Präsident Reisinger. Nur einmal wird die Partie wegen Pyros unterbrochen

München - Weiß-blaue Fahnen überall. Ein Tollhaus in der Westkurve. Die erbebte, wie noch nie in dieser Saison. "Wir würden nie zum FC Bayern München gehn" von den Toten Hosen aus den Boxen des Grünwalder Stadions. Und Spott von Stadionsprecher Stefan Schneider über Bayerns Spielstätte: "München ist blau, und es ist schön, dass Sechzig München daheim in Giesing spielt – und nicht draußen an der Deponie!"

Das Derby zwischen der ersten Elf der Sechzger und dem FC Bayern II geriet zur Machtdemonstration der Löwen-Anhänger in ihrem neuen, alten Wohnzimmer. Auf dem Rasen gab’s für die Elf von Trainer Daniel Bierofka am 17. Spieltag der Regionalliga Bayern dagegen eine bittere Pleite (hier geht's zum Liveticker zum Nachlesen). „Extrem bitter, die Bayern heute jubeln zu sehen. Vor allem, weil wir nur einen einzigen Fehler machen, der war fatal. Die Herbstmeisterschaft interessiert mich einen Scheißdreck“, sagte Löwe Jan Mauersberger nach dem Spiel. „Es tut uns natürlich weh, dieses Spiel zu verlieren“, sagte Bierofka.

 

Fabian Benko (75.) köpfte die kleinen Bayern zum Sieg, Nicholas Helmbrecht flog in einer hitzigen Schlussphase vom Platz (86.). Damit sind die Sechzger zwar nach wie vor Tabellenführer, müssen aber die Schmach einer Derby-Pleite über sich ergehen lassen – und verlieren drei Punkte auf Verfolger FC Ingolstadt II.

Sechzig begann mit den beiden Leistungsträgern Mauersberger und Nico Karger – und doch verhalten. Die kleinen Bayern, vor deren Spielstärke Bierofka eindringlich gewarnt hatte, drängten die Giesinger in die Defensive, einen Traumpass von Niklas Dorsch auf Milos Pantovic konnte Nico Andermatt in letzter Sekunde zur Ecke klären (21.).

Bezeichnend: Nico Karger drosch den Ball nach einem Alleingang, wegen Abseits von Schiedsrichter bereits zurückgepfiffen, frustriert ins Tor-Aus. Besserung erst kurz vor der Pause: Aaron Berzel köpfte einen gefährlichen Freistoß von Phillipp Steinhart knapp drüber (45.) „Wir waren wohl nervös, weil es gegen die Bayern geht – aber wir haben ja noch eine Halbzeit“, sagte Präsident Robert Reisinger der AZ in der Pause.

Der zweite Durchgang begann mit kurzer Unterbrechung: Pyro im Gäste-Block der Bayern! Ex-Bayer und Co-Trainer Tobias Schweinsteiger sagte schmunzelnd bei Sport1: „Das sollte nicht sein, wir wissen aber, dass dies bei einem Derby immer passieren kann.“

Auf dem Rasen wurde es besser: Stürmer Mölders scheiterte aus elf Metern völlig freistehend vor Bayern-Keeper Christian Früchtl (56.), kurz darauf tat es ihm Kollege Ziereis gleich (61.). Torwart Marco Hiller entschärfte einen Schuss von Niklas Dorsch (73.), bevor die kleinen Bayern Sechzigs schwache Leistung in Person von Benko bestraften – und eine mögliche Derby-Party gründlich verhagelten. Helmbrechts berechtigter Platzverweis ließ kein blaues Power-Play mehr zu.

Und das Drumherum? Mehrere Polizei-Hundertschaften sorgten in Giesing und besonders rund um den Löwen-Fantreffpunkt Candidplatz und den Sammelpunkt der Bayern (Wettersteinplatz) für Ordnung. Der Candidberg wurde zwischenzeitlich sogar wegen einer Bombenwarnung gesperrt. Es war eine größere Rauchbombe, die jedoch erfolgreich entschärft wurde. Aus sportlicher Sicht geriet der mit Hochspannung erwartete Vergleich „großer“ Löwen und „kleiner“ Bayern dennoch zum frustrierenden Malheur.

 

JETZT LESEN

70 Kommentare

Kommentieren

  1. null