Den Radlern zuliebe Tempo 30 in der Rosenheimer Straße: Bezirksausschuss macht Druck

Hier wird es oft eng: Radler und Autos an der Rosenheimer Straße. Foto: AZ-Archiv/Anne Hund

Der BA will, dass die Autos ab 2018 in der Rosenheimer Straße langsamer fahren. Ziel ist auch der bessere Schutz der Radfahrer.

Die Hauptverkehrsachse zwischen Orleansplatz und Rosenheimer Platz ist eins der heißer diskutierten Verkehrsthemen der Stadt. In erster Linie geht es dabei um die sichere Eingliederung der Radfahrer. Zu einer richtigen Radwegslösung hat der Stadtrat noch nicht gefunden. Im Januar immerhin erklärte die schwarz-rote Koalition, man sei sich einig, Tempo 30 einrichten zu wollen. Bis es soweit sei, werde es aber sicher noch lange dauern, sagte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl damals der AZ.

Nun soll das Radeln in der aktuellen Straßenführung zumindest schnell sicherer werden - darauf drängt der Bezirksausschuss Au/Haidhausen.

Der hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch dafür ausgesprochen, das Tempo auf der Rosenheimer Straße zu drosseln - und bei 30 km/h soll die Obergrenze dann liegen, versuchsweise für ein Jahr.

Auf der jeweils rechten Fahrspur sollen weiße Fahrradzeichen die Autofahrer dann auf die Radler aufmerksam machen und denen zumindest teilweise zu ihrem Recht verhelfen.

Beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) findet das Projekt großen Beifall. Besonders mit Blick auf den Lärmschutz für die Anwohner sei der Verkehrsversuch sinnvoll, teilt der VCD mit. An der Rosenheimer Straße werden Lärmgrenzen immer wieder überschritten, die einzige Lösung sei hier, die Geschwindigkeit der Autos zu reduzieren. Im Zuge des Verkehrsversuchs sollen die Lärm- und Schadstoffemissionen ausgewertet werden.

Die Polizei soll das Tempolimit konsequent durchsetzen

Auch die Grüne Welle wird an das neue Tempolimit angepasst. Die Ampelschaltung dürfte so auch zur Einhaltung der Geschwindigkeit beitragen - denn hier zweifelt der VCD noch am Erfolg. Rolf Schiener, stellvertretender Vorsitzender des VCD, fordert umfassende Kontrollen: "Wenn ich in Zukunft in diesem Abschnitt der Rosenheimer Straße mit dem Fahrrad fahre, muss ich mich darauf verlassen können, dass die Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird. Es ist bekannt, dass dies ohne Kontrollen nicht funktioniert."

Das gelte insbesondere am östlichen Beginn der Versuchsstrecke, an der Kreuzung Orleansstraße, wo der Verkehr mit hoher Geschwindigkeit ankommt und sich der Radverkehr noch einfädeln muss.

Würde die Polizei ihre Kontrollen in der neuen 30er-Zone nicht erhöhen, sei das leichtsinnig, kritisiert der Vekehrsclub in seiner Stellungnahme. Eine Sprecherin der Polizei stellt hierzu allerdings klar: "Bei Tempo 30 ist die Kontrolle grundsätzlich Sache der Stadt - das betrifft die Polizei München gar nicht." Alexander Stumpf, Sprecher des Kreisverwaltungsreferates (KVR) stellt allerdings wegen der Bedeutung der Rosenheimer Straße eine mögliche Ausnahme in Aussicht. "So oder so wird ausreichend kontrolliert werden. Zuerst muss die Sache jetzt aber vor den Stadtrat."

Noch vor der Sommerpause soll das Thema in den Stadtratsausschuss kommen. Eine endgültige Entscheidung könnte im Herbst fallen - wenn sie nicht wieder vertagt wird.

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