Debatte in der Liga beginnt Kind will mit Strategie-Wechsel zur Mehrheit bei 96

Martin Kind, Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, spricht während einer Pressekonferenz in der HDI-Arena. Kind hat die Grundsatz-Entscheidung der Deutschen Fußball Liga zur Reform der 50+1-Regel begrüßt. Foto: Peter Steffen/dpa

Der Klageweg ist immer noch offen. Das sagte 96-Boss Martin Kind, der trotz der überraschenden Wende an seinem Plan festhält: Er will die Mehrheit beim Erstligisten.

Hannover - Mit seinem Strategie-Wechsel will Martin Kind schneller zur Mehrheitsübernahme beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 kommen. Ein juristische Klärung hätte nach Ansicht des Clubchefs "bis zu zwei Jahre" gedauert. Daher hatte er dem Präsidium der Deutschen Fußball Liga eine neue Regelung für Investoren vorgeschlagen. Er hoffe, "dass die Liga zügig zu Potte kommt", sagte Kinds Anwalt Christoph Schickhardt am Dienstag.

"Zügig heißt nicht, dass wir das 2019 machen", antwortete Kind auf die Frage nach dem Zeitrahmen. Der Vereins-Präsident und Mehrfach-Gesellschafter des Clubs sagte auch: "Die Klagemöglichkeit ist immer offen."

Einfluss der Inverstoren soll begrenzt werden

Am Vortag hatte Kind überraschend bekanntgegeben, dass er seinen Antrag auf Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) ruhen lässt. Laut dieser Regel müssen die Stammvereine der Bundesligisten die Mehrheit von 50 plus einer Stimme bei dem ausgelagerten Wirtschaftsunternehmen halten. Dadurch soll der Einfluss von Investoren begrenzt werden. "Wenn die 50+1-Regel neu gestaltet werden soll, brauchen wir keine Ausnahmegenehmigung", sagte Kind.

Er will weiterhin die Mehrheit an der 96-Management GmbH vom Stammverein übernehmen und setzt auf eine schnelle Einigung bei der nun angekündigten Reform der Regel. "Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, die Diskussion und die Strategie erarbeiten und den Vereinen zur Abstimmung geben", sagte Kind.

Um die 50+1-Regel und damit auch die Satzung zu verändern, ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit unter den 36 Proficlubs der 1. und 2. Bundesliga nötig. Einige Clubs wie der FC St. Pauli, der SC Freiburg und auch Borussia Dortmund haben sich bereits gegen eine Reform dieser nur im deutschen Profifußball praktizierten Begrenzung eines Investoren-Einflusses ausgesprochen.

Kind nennt keinen Zeitrahmen

Einen genauen Zeitrahmen für die Umsetzung nannte der 73 Jahre alte Unternehmer nicht. "Es gibt Hinweise, dass es sehr zügig abgearbeitet wird", sagte Kind. Wenn es "wider Erwarten" zu keiner entsprechenden Einigung der 36 Profivereine komme, "dann würden wir den Antrag aktivieren und auch klagen".

Der Hörgeräte-Unternehmer bestritt, dass er den Antrag ruhen lasse, weil er von einer Ablehnung durch das Präsidium der DFL gewusst habe. "Es gab kein Signal, dass sie es ablehnen", versicherte Kind. Sein Anwalt sagte: "Ich weiß, dass die Entscheidung offen war."

Es hatte zuvor Gerüchte gegeben, dass Kinds Ausnahmeantrag abgelehnt werde. Grund: Kind habe in 20 Jahren nicht so viel Geld in den Club investiert wie die Hauptsponsoren in dieser Zeit - so wie es in den Leitlinien zur 50+1-Regelung gefordert wird.

Kind erklärte nun, dass er ausreichend Geld aus seinem Privatvermögen in den Verein gesteckt habe. "In den 20 Jahren waren die Hauptsponsoren-Einnahmen 46 Millionen", sagte der Unternehmer: "Es liegt der DFL vor, dass ich mehr Geld aufgewendet habe." Eine genaue Zahl nannte er nicht: "Ich sage nicht alles."

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