Das „Y Julieta“ Tagliatelle statt Tabak

Preisgekrönter Genuss: Der Gastro-Award hat hier mitten auf dem Tresen seinen Platz gefunden. Foto: Gregor Feindt

Die „Smokers Lounge” ist jetzt Geschichte – das „Y Julieta” hat als Café-Bistro-Bar wieder eröffnet. Geblieben sind die guten Drinks

München - "In besten Zeiten konnten wir mit Schumann’s konkurrieren”, sagt Deniz Yalcinkaya. Die besten Zeiten waren die, als seine „Y Julieta” noch den Zusatz „Smokers Lounge” trug und in dem Kellerlokal am Beethovenplatz Zigarrenliebhaber auf Sofas saßen und zu ihren Drinks gemütlich pafften; auch Prominente und Politiker. Der Gastro-Award von 2009 stammt noch aus diesen Zeiten, den hat Yalcinkaya jetzt auf dem neuen Bartresen plaziert.

Die „Y Julieta” erfindet sich neu. Nach dem Auszug aus dem Keller am Beethovenplatz gab sie ein Gastspiel am Hauptbahnhof, dann kam das strikte Nichtraucherschutzgesetz, „und da wusste ich, dass es vorbei ist”, sagt der Wirt.

Aus mit dem genüsslichen Paffen in breiten Ledersesseln, aber nicht das Ende der Bar. Zigarren gibt es in der neuen „Y Julieta” nicht mehr – aber die gut sortierte Bar und die hochwertigen Drinks sind mit umgezogen in die neue, etwas versteckte Residenz im Almeida-Palais in der Brienner Straße.

Der Ersatz zum Humidor heißt Verena Huber: „So ein Glück, dass ich sie gefunden habe”, sagt Yalcinkaya. In Spitzengastronomien in Südtirol ausgebildet – nicht nur zur Köchin, auch als Sommelier und in der Patisserie ist sie Profi. Jetzt gibt es kleine, frisch zubereitete Gerichte in der „Y Julieta”, Salate wie Avocado-Sesam-Scampi (8 Euro), Tramezzini wie Frischkäse-Minze-Zucchini (4,50), Pasta von Spaghetti mit Ei, Speck und Parmesan (7) bis Tagliatelle mit Scampi und Ingwer (10,50), dazu Tagesgerichte. Für Süßmäuler hausgemachte Kuchen wie der warme Schokoladenkuchen mit Mango und Lavendel (4,80). Einmal in der Woche regiert eine thailändische Köchin die Karte, „ich freu’ mich schon, dann gibt es meine Lieblingsvorspeise, Laab Gai – scharfen Hühnchensalat”, sagt Yalcinkaya.

Mit der feinen Küche soll die neue „Y Julieta” auch Mittags eine Anlaufstelle werden, im Almeida-Palais und drumherum sind jede Menge Büros und Firmen angesiedelt.
Wichtig war dem Gastronom, dass die Julieta in der neuen Umgebung auch was hermacht, „wir sind nicht mehr am Hauptbahnhof, da reicht es nicht, einfach ein paar Sofas und Lampen reinzustellen”, sagt er. Deswegen hat er der Innenarchitektin Natalie Nguyen-Ton freie Hand gelassen, die Lokalen von „Monsieur Hu” bis „Yinshi” ihren stylishen Look verpasst hat.
Inspiriert von den mit umgezogenen Ledersesseln hat sie die Bar in cognacfarbene Töne gekleidet, Designerlampen über die Bar aus Naturstein gehängt, viel mit modernen, geschwungenen Formen gearbeitet. Und die schwarz-weiß-Bilder an der Wand hat Deniz Yalcinkaya ausgesucht.

Draußen im Hof sind Plätze im Freien. Und natürlich darf sich hier jeder Gast eine Zigarre anzünden. Diesen Freitag wäre eine gute Gelegenheit: Da feiert die „Y Julieta” ihre Eröffnung, mit Latino-Band, guter Laune – und guten Drinks.

Brienner Straße 14, Mo. bis Fr. 11.30 – 1 Uhr, Sa. 18 – 1 Uhr, www.y-julieta.de, Tel.20061726

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