Das sagt das Regelwerk Griff ins Schiri-Gesicht: Hätte Ribéry auch Rot sehen müssen?

, aktualisiert am 13.09.2017 - 12:49 Uhr
Da ist es passiert: Franck Ribérys Hand im Gesicht des Unparteiischen. Foto: imago/Ulmer

Die Bayern schlagen Anderlecht mit 3:0, haben aber Glück weil der Gegner ab der 11. Minute dezimiert ist. Aber hätte Franck Ribéry in dieser Szene nicht auch vom Platz gemusst?

München - Es lief die 11. Minute im Champions-League-Spiel der Bayern gegen Anderlecht als Robert Lewandowski nach einem langen Ball seinem Gegenspieler Sven Kums enteilt war. Auf der Strafraumgrenze griff Kums zum letzten Mittel und Lewandwoski an die Schulter, holte den Polen per Notbremse von den Beinen, und wurde folgerichtig von Schiedsrichter Paolo Tagliavento aus Italien mit Rot vom Platz gestellt.

Sofort mit dabei im Geschehen: Heißsporn Franck Ribéry. Er ist immer mittendrin, wenn es etwas zu diskutieren gibt. Vehement forderte er die Rote Karte für Kums, wofür er von Tagliavento regelkonform mit der Gelben Karte verwarnt wurde. Bestrafungen für den Gegner fordern wird bestraft – so steht es im Regelbuch. Aber steht dort nicht eigentlich auch, dass die Spieler die Schiedsrichter nicht anfassen dürfen? Genau das tat Ribéry nämlich nach seiner Verwarnung, er fasste dem Unparteiischen an den Hals und ins Gesicht.

Regelwerk: Wurde die Autorität des Schiedsrichters in Frage gestellt?

Der Schiri ist tatsächlich tabu für die Spieler, er hat jedoch einen Ermessensspielraum für die Auslegung dieser Regel. Da Ribérys Annäherungen durchaus Verständnis für die gerade erhaltene Gelbe Karte ausdrückten, sah der Schiedsrichter wohl seine Autorität auf dem Platz als nicht gefährdet an, weswegen er eine weitere Verwarnung, welche zur Gelb-Roten Karte geführt hätte, als auch eine glatt Rote Karte stecken ließ. Er hätte allerdings auch anders handeln können.

Insgesamt hatte Franck Ribéry wohl wieder einmal eine Portion Glück, schon des Öfteren wurde der Franzose für seine Entgleisungen nicht in vollem Umfang bestraft. Allerdings wäre ein Platzverweis für das fast schon liebevolle Tätscheln dieses Mal aber wohl tatsächlich ein bisschen zu viel des Guten gewesen.

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