CSU-Politiker fordert "Die CSU muss sich bei den Schwulen entschuldigen"

CSU-Politiker Patrick Slapal. Foto: ho, dpa

Sagt ein CSU-Politiker. Auch heuer fahren Parteifreunde Horst Seehofers mit einem eigenen Wagen auf dem CSD mit.

München - Es flogen keine Eier und Tomaten, so wie es einige Radikale angekündigt hatten. Lediglich vereinzelte Mittelfinger waren in der Menge der Zehntausenden zu sehen, die 2016 bei der großen CSD-Politparade waren. Auch heuer wird der Wagen der LSU, der Organisation der Lesben und Schwulen in der Union, wieder mitfahren.

"Ja, wir wollen", ist das Motto, das sich natürlich auf die Ehe für alle bezieht. "Wir sehen das als Aufruf an die CSU", sagt Patrick Slapal (29), Mitglied der JU und Mitgründer des LSU. "Man muss die CSU auffordern, sich von den letzten Jahren und Jahrzehnten zu distanzieren, in denen sie Gleichstellung verhindert haben. Irgendwann wird die Zeit kommen, wo sich die CSU entschuldigen muss, um sich von dem Ballast zu befreien, den sie sich und den Schwulen und Lesben aufgeladen hat."

Immerhin sieben CSU-Bundestagsabgeordnete haben für die Ehe für alle abgestimmt. Auf sie vertraut Slapal. Auf dem Wagen mit vierzig Plätzen sind die Bundestagsabgeordneten Bernd Fabrizius, Gudrun Zollner, aber auch Bundestagskandidaten und Stadträte wie Hans Theiss und Ulrike Grimm. Außerdem "Dahoam is Dahoam"-Star Brigitte Walbrun mit Schauspielkollegen und der Kabarettist Jürgen Kirner.

Seehofer kommt sicher nicht

"Wir wollen zeigen, dass unsere Ansicht in der Partei breit akzeptiert ist." Einer wird sicher nicht kommen: Horst Seehofer. Der Parteichef hat eine Einladung erhalten – wie im vergangenen Jahr auch. Allerdings hat er diesmal nicht geantwortet. "Seine Drohung, eine Verfassungsklage gegen die Ehe für alle prüfen zu lassen, sehen wir als eine Platzpatrone. Damit kommt er sowieso nicht durch", sagt Slapal.

Patrick Slapal glaubt sowieso, dass viele CSUler nur deshalb mit Nein gestimmt haben, weil sie die kirchliche Ehe schützen wollen. "Da muss man zwischen der zivilrechtlichen und der kirchlichen Ehe unterscheiden. Wir wollen ja niemandem etwas wegnehmen. Sollen sie sich doch freuen, dass Schwule und Lesben konservative Werte wie die Ehe leben wollen", sagt Slapal.


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