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Country-Rock Lässig ins Hotel California

Arno Frank Eser, vom 28.06.2011 00:00 Uhr
Weshalb alles bis ins Detail festzurren, wenn’s auch ganz entspannt geht? Und sogar besser klingt? Die Country-Rock-Adler gaben sich am Sonntag endlich mal kalifornisch lässig. Foto: Sigi Müller
Weshalb alles bis ins Detail festzurren, wenn’s auch ganz entspannt geht? Und sogar besser klingt? Die Country-Rock-Adler gaben sich am Sonntag endlich mal kalifornisch lässig. Foto: Sigi Müller

Neue Ideen, neue Technik und eine verblüffende Videoshow – auf dem Königsplatz zeigten sich die Eagles kreativ wie nie. Schon, weil ihr Perfektions-Tick mal keine Rolle gespielt hat

Kaum auszuhalten, wie romantisch: Ein lauer Sommerabend, der Himmel über dem Königsplatz weiß-blau, und auf der Bühne The Eagles, und zwar in Bestform. Auf jeden Fall entspannter und auch einfallsreicher als man sie bisher in München je live erlebt hat.

Schon von jeher stellte sich die Band um Don Henley und Glenn Frey immer wieder selbst ein Bein, indem sie auf der Bühne allzu perfekt sein wollte. Was das Ganze nicht nur oft steril machte, sondern auch gleich noch den Playback-Vorwurf nach sich zog.

Drei Evergreens für die Ewigkeit

Dieses Mal jedoch stimmt alles; sowohl die perfekte Darbietung als auch das Bewusstsein, dass live eben live ist und nicht unbedingt wie eine CD klingen muss. Was auch einschließt, dass der eine oder andere Song kleine Änderungen im Arrangement erfahren durfte; eingeschworene Eagles-Fans haben sie sofort erkannt.
Ziemlich schnell kommt die zum Rock-Orchester aufgestockte Band zur Sache, gleich als zweiter Song „Take It To The Limit” und als Nummer drei der Eagles-Evergreen für die Ewigkeit, „Hotel California”, effektvoll eingeläutet von einer mexikanischen Trompete. Und mit „Witchy Woman” und „Lyin’ Eyes” schließt sich erst mal der Countryrock-Reigen, um den Abend härter werden zu lassen.

Stummfilm-Gag und Psychedelic-Überdosis

Und das ist der Moment von Gitarrist Joe Walsh, der mit „In The City” seine Privatkiste öffnete, sogar Titel aus seiner Vor-Eagles-Zeit mit James Gang rauskramt, und in der Zugabe dann mit „Rocky Mountain Way” glänzen darf.
Mit „Heartache Tonight”, „Dirty Laundry” und „Life In The Fast Lane” gibt’s richtige Kracher; und niemanden mehr in der brav bestuhlten Arena hält es mehr auf seinem Platz.
Verblüffend: Die Video-Show. Neue Ideen, neue Techniken, neue Maßstäbe. Ein Programm im Programm, vom Stummfilm-Gag bis zur Psychedelic-Überdosis. Ganz toll gemacht. Kein Zweifel: Die Adler sind wieder flügge

Kommentare (2)
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JUN
29
12:30 Uhr, geschrieben von wernerlorant
ambiente fehlt
Kann mich dem Reporter nur anschließen, ein tolles Konzert von einer perfekten Band mit Orchester. Hätte mir anfangs mehr Bühneneffekte gewünscht, die Technik war doch vorhanden! 140.-€ für einen Freiluftplatz auf einem Plastikcampingstuhl war jedoch happig und selbst ich als Eagles Fan würde dort nicht mehr hingehen. Finde das Ambiente zwar toll, aber als Open Air ist der Königsplatz fehl am Platz. Übrigens gabs deswegen keine Zugabe, weil um 23.00 Uhr von gesetzeswegen Schluss sein mußte!
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JUN
27
20:39 Uhr, geschrieben von Ich
Lahmstes Publikum ever
Das Publikum gestern auf dem Konzert war das lahmste, das ich jemals erlebt habe. Nicht ein Zugabe-Ruf. Ein Altersheim wäre da mitreissender gewesen, was sich jetzt nicht auf das Alter des Publikums beziehen soll. Von wegen es hält keinen mehr auf dem Platz. Wenn Timothy nicht aufgefordert hätte, wäre eh keiner aufgestanden und nach zwei Songs mussten die meisten sich wieder setzen. Ich habe jeden Song mitgesungen, und konnte mich hören. So etwas habe ich noch nie auf einem Konzert erlebt. Ich an der Stelle der Eagles würde München auslassen beim nächsten Mal. Aber die Band war wirklich einzigartig gut.
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