Coach Don Jackson ist frustriert Europa-Exit zeigt: EHC München ist noch kein Spitzenteam

Sieger und Verlierer: Der SC Bern feiert seinen 5:2-Erfolg gegen einen frustrierten EHC München. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der EHC Red Bull München vschiebt nach dem Champions-League-Aus gegen den SC Bern Frust. Kapitän Michael Wolf analysiert pragmatisch: "Manchmal ist auch ein gutes Spiel nicht gut genug."

München - Es kommt nicht so oft vor, dass man nach Niederlagen noch Applaus bekommt. Doch die nur 2690 Fans in der Olympia-Eishalle hatten für die Stars des EHC Red Bull München bei dem Ende ihrer Europa-Tournee zumindest dieses kleine akustische Trostpflaster parat.

Es war der Versuch eines Mutmachers für die Spieler, die mit hängenden Köpfen und Schultern vom Eis schlichen. Mit dem 3:2-Sieg im Hinspiel war man in das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League CHL gestartet, hatte mit 1:0 (Brooks Macek, 10. Minute) und 2:1 (Derek Joslin, 22.) geführt, bis zur 46. Minute hätte man noch den Viertelfinaleinzug geschafft, nur um am Ende mit 2:5 unter die Schweizer Kufen zu kommen. "Ich bin ein bisschen schockiert", sagte dann auch Don Jackson, "Bern ist ein unglaubliches schnelles, technisch versiertes Team, das auch am Ende mehr Power und Energie hatte. Sie haben verdient gewonnen."

EHC München machte zu viele Fehler

Vor allem im letzten Drittel hatten die Münchner nicht mehr viel entgegenzusetzen. "Ich war überrascht, wie es gelaufen ist", sagte dann auch Eishockey-Legende Didi Hegen der AZ, "nach dem 2:1 dachte ich, sie machen den Sack jetzt zu. Wie es danach gelaufen ist, ist schon enttäuschend. Es ist schade, dass es wieder keine deutsche Mannschaft ins Viertelfinale geschafft hat."

Die Red Bulls machten einfach zu viele Fehler – das war aber auch der ungemeinen Geschwindigkeit geschuldet, mit der die Berner ihr Spiel aufzogen. Routinier Keith Aucoin bereitete etwa das 1:1 mit einem für ihn so untypischen Scheibenverlust vor, Dominik Kahun stolperte vor dem Schlusstreffer und auch Goalie David Leggio hatte nicht seinen allerbesten Tag. "Das ist schon nochmal ein anderes Niveau als in der DEL", hatte Nationalverteidiger Yannic Seidenberg der AZ schon vor der Partie gesagt.

"Manchmal ist auch ein gutes Spiel nicht gut genug – das hat man am Dienstag gesehen. Wenn die Berner so weiterspielen, dann traue ich ihnen den Titel zu", sagte Münchens Kapitän Michael Wolf.

Jetzt geht es um die Mission Titel-Triple

Für den EHC heißt es jetzt, sich auf die Liga, die Mission Titel-Triple, zu konzentrieren. Und in der nächsten Saison einen neuen Angriff in der CHL zu starten. "In der Champions League spielen eben die besten Mannschaften in Europa, da kann man sich keine Fehler erlauben", sagte Verteidiger Joslin, "wir haben den einen Fehler zu viel gemacht, von dem wir uns nicht mehr erholen konnten."

Das Ausscheiden ist letztlich verdient. Der EHC, der die DEL seit zwei Jahren dominiert, ist noch kein absolutes Spitzenteam in Europa. Zuspruch gab’s trotzdem von Bern-Coach Kari Jalonen: „München hat uns das Leben sehr schwergemacht, wir mussten unser bestes Drittel im Schlussabschnitt abliefern, um weiter zu kommen. Wir mussten alles geben.“ Alles, das war für den EHC doch zu viel.

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