Vor drei Wochen hat der Indie-Club „Cord“ in der Sonnenstraße seine Pforten geschlossen. Nach dem Umbau haben seine Betreiber am Wochenende ihr neues Baby eröffnet: das CO2.

Drei Wochen hat es gebraucht, um aus dem Cord das CO2 zu machen, und wer am Freitag in den wiedereröffneten Club im ersten Stock der Sonnenstraße 18 spazierte, fand sich unter dem Riesenrad wieder.

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Das nämlich ist Vorbild für die aufwändige Deckengestaltung: Wo sich die tanzende Meute früher im Spiegel reflektierte, hängt jetzt ein LED-leuchtender Zylinder, von dem sich mit Glühbirnen bestückte Streben über die Decke ziehen. Sie blinken in den Raum, setzen mal einen Spot auf eine blonde Mähne, mal auf einen Derwisch-tanzenden Bartträger.

„Ich habe das Gefühl, die Leute haben heute weniger Zeit – auch weniger Zeit zum Weggehen“, sagt Aleks Vulic, mit Chris Dengler und Albert Krämer der Betreiber des Clubs. „Umso wichtiger ist es geworden, sich gehen zu lassen, wild tanzen und sich frei fühlen.“

Das soll den Feiernden mit dem ausgeklügelten Lichtkonzept und einer Anlage, die die Bässe durch den Körper jagt, leicht gemacht werden. Einen sechsstelligen Betrag haben die Betreiber investiert, um die neuen Vorstellungen umzusetzen. „Das hier ist kein Cord reloaded“, sagt Vulic, „Es ist ein völlig neuer Club.“

Retro-Charme hatte das Cord ausgemacht, acht Jahre lang. Ein Indie-Laden zum unkomplizierten Abrocken. Im CO2 ist die Musik jetzt wild gemischt. Gängige Indie-Hits mit Elektrotouch, R’n’B-Klassiker, ein bisschen House. Am Pult sind immer zwei DJs aus dem Nachtleben von Call me Drella bis zu Cord-DJs. „Mit Indie hatten wir uns sehr eingeschränkt“, sagt Vulic. „Und wir hatten das Gefühl, da kommt nicht viel Gutes nach.“

Zwei Bars liefern den Gästen Getränke-Nachschub mit Lokalkolorit, Tegernseer (4 Euro) oder Crew Pale Ale (4,50), zum Beispiel und natürlich Longdrinks (8 Euro).

An den Panoramafenstern zur Sonnenstraße hin sind Sitznischen entstanden, wo es sich gediegen pausieren lässt – hier werden die Gäste sogar bedient. „So können die Leute auch einen entspannten Abend im Club haben“, sagt Vulic, „und später, wenn ihnen die Musik gefällt, doch noch tanzen“. Und sich ein paar Stunden einfach frei fühlen.


Sonnenstraße 18, Di. ab 20 Uhr, Fr./Sa. ab 22 Uhr, Eintritt 7/8 Euro, www.co2-muenchen.de