Claus Schromm im AZ-Interview „Ich gebe keine Ruhe, bis Haching ein stabiler Zweitligist ist“

Claus Schromm ist seit März 2015 Trainer der SpVgg Unterhaching. Foto: imago/foto2press

Trainer Schromm erklärt den starken Saisonstart der SpVgg Unterhaching und warum der Aufstieg trotzdem zu früh käme für die Vorstädter.

AZ: Herr Schromm, nach 13 Spieltagen steht die SpVgg Unterhaching mit 25 Punkten auf Platz 5, zuletzt gelangen sogar fünf Siege in Folge ohne Gegentor. Hätten Sie gedacht, dass als Aufsteiger der Sprung in die 3. Liga so gut gelingt?
Claus Schromm: Hoffen tut man das natürlich immer, aber um ehrlich zu sein: Nach dem Saisonstart, als uns doch der ein oder andere deutliche Mangel in der Defensivarbeit, bei Standardsituationen, bei der Arbeit gegen den Ball aufgezeigt wurde, hätte ich nicht gedacht, dass die Akklimatisierung so schnell geht.

Wie haben Sie den Reifeprozess Ihres Teams beschleunigt?
Die Abwehrmängel haben uns einfach geärgert. Das hatte auch etwas mit unserem letzten Jahr, der Rekordsaison in der Regionalliga zu tun, als unsere Nachlässigkeiten nicht so bestraft wurden. Für diese Nachlässigkeiten haben uns die Gegner zu Beginn dieser Saison bestraft, das waren wir nicht mehr so gewohnt. Das hat uns so geärgert, dass wir hart daran gearbeitet haben, das zu korrigieren.

Der Rückstand zum Relegationsplatz beträgt nur noch zwei Punkte. Schielt man nicht doch auf den Durchmarsch in die 2. Liga?
Ich vergleiche unser Saisonziel, den Klassenerhalt, mit einem Halbmarathon. Es macht also keinen Sinn, schon zur Mitte des Halbmarathons zu sagen: ‘Ich fühle mich gerade gut, jetzt laufe ich einen kompletten Marathon.’ Unser Ziel bleibt der Halbmarathon, also der Klassenerhalt. Wenn wir danach noch Luft haben, dann laufen wir weiter.

Sie haben noch Vertrag bis 2020. Bis dahin soll der Aufstieg aber gelingen, oder?
Ich hab’ schon mal gesagt: Ich geb’ keine Ruhe, bis Haching ein stabiler Zweitligist ist.

Wie sehen Sie den Verein momentan aufgestellt?
Insgesamt sehe ich den Verein noch nicht bereit für die 2. Liga. Für die Mannschaft käme der Aufstieg viel zu früh, das hat uns der Schnupperkurs im Pokal gegen Heidenheim (0:4 in der 1. Runde) gezeigt. Auch, was die Geschäftsstelle angeht, täten uns ein, zwei weitere Jahre in der 3. Liga gut. Wir haben viele junge Leute bekommen, die Strukturen müssen erst wachsen.

Kommen wir noch einmal zu Ihrem Team: Im Mittelfeld zieht Sascha Bigalke die Fäden, er glänzte bisher mit neun Vorlagen, wurde fünfmal in die DFB-Elf des Spieltags gewählt. Was zeichnet ihn aus?
Sein Trumpf ist das Spiel mit Ball. Wenn er den Ball am Fuß hat, hat er den Blick für den kompletten Raum. Er sieht, wo die Lücke aufgeht, kann sich flexibel auf neue Spielsituationen einstellen. Für unser Kreativspiel ist er extrem wichtig.

Und vorne trifft Stephan Hain fast, wie er will.
Zehn Tore sind schon eine Hausmarke, aber das kommt für uns wenig überraschend. Wenn man sieht, wie er im Defensivverbund arbeitet, wie er Bälle sichert, und trotzdem schnell ins Angriffsspiel umschaltet, dann ist das Klasse. Wir sind einfach nur froh, dass wir den Stephan haben, er ist ein kompletter Spieler.

In der Regionalliga kämpft derzeit der TSV 1860 um den Aufstieg. Ein Derby im nächsten Jahr wäre doch was...
Wir hätten uns heuer schon auf prickelnde Duelle gefreut. Wir drücken dem Biero und den Löwen die Daumen, dass sie es schaffen. Sechzig hat in der 4. Liga einfach nichts verloren.

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