Stefan Dettl probiert sich als Hippie und lässt passend zur neuen CD sein „Love Beer“ brauen.

Truchtlaching hinter Traunstein. Eine alte Mühle an einem kleinen Weiher, eine Privatbrauerei mit Freischank. Die bayerische Idylle könnte bald getrübt werden, wenn die Städter kommen und kistenweise Bier wegschleppen. Das „Camba Bavaria“ ist derzeit die einzige Vertriebsstelle für das „Love Beer“ von Stefan Dettl.

Anzeige

Pünktlich zur Veröffentlichung seines zweiten Solo-Albums „Summer of Love" erscheint auch das Bier des LaBrassBanda-Sängers. „Eigentlich samma ja a Weißbier-Band“, sagt Dettl beim dritten Glas. „Weißbier ist für die Themenfindung ganz wichtig. Je mehr Weißbier, desto mehr Ideen.“

Man nimmt ihm das ab, wenn er erzählt, wie er für seine Musiker mal eine ganze Zapfanlage in den Bandbus bauen lassen wollte. „Das ist das Höchste, was es für einen Bayern gibt“, sagt Dettl, „ein Bier, auf dem dein eigener Name steht.“

Dettls Weißbier ist mit einem speziellem amerikanischer Aroma-Hopfen gebraut, dem Simcoe. Fruchtig schmeckt das, „und nach Freiheit“, findet der Sänger, der seiner Stammformation LaBrassBanda abgesehen von wenigen Festivalauftritten eine schöpferische Pause gönnt (am 13. Juli erscheint die Live-CD aus der Olympiahalle) und nun bei seinem zweiten Soloprojekt mit der Rockstar-Band den hitverdächtigen „Summer of Love“ ausgerufen hat.

Aus dem Heavy Dettl wird der Hippie Dettl: Beim Konzert wirft er Ringelblumensamen in die Menge, und das Cover seiner gerade erschienenen CD ziert eine Schönheit in pink, die einen nackten Mann (okay, nur von hinten zu sehen) an der Hand hält: Dettl selbst. Er trägt jetzt längere Haare, Cordhosen mit Schlag und Flanellhemden.

Es ist ein Epochenstudium für das Multitalent: Dettl war am Richard-Strauss-Konservatorium, hat Jazz-Trompete und Barockmusik studiert, ist Blas-popmusikstar – und jetzt rockt er wie einer aus den 70ern. Wie viel Hippie steckt in ihm? „Ich renn’ wahnsinnig gern barfuß umanand, ich fahr’ alte Autos und mag lieber die gebrauchten Sachen.“

Das zweite Solo-Album ist härter geworden als der Erstling, doch er hat schon neue Pläne, ruhigere. „Was mit Klavier. Oder Jazz.“ Ein Chiemgauer Tausendsassa, der die Musik braucht wie das Weißbier und es genießt, dass er nach den großen Gigs mit LaBrassBanda nun mit seiner Rockstar-Band in kleineren Hallen spielt, wo er nach dem Konzert noch Bier trinkt mit den Fans. Bald das eigene.

Noch aber muss man nach Truchtlaching kommen, um das „Love Beer“ zu probieren. Warnung nach dem Selbstversuch: Es bleibt nicht bei einem. Einziger Nachteil: Der letzte Zug von Traunstein nach München geht schon um 21.44 Uhr. Für Stefan Dettl kein Problem: Er wohnt gleich in der Nähe.

Stefan Dettl: Summer of Love, Sony Music – Love Beer: Privatbrauerei Camba Bavaria, Mühlweg 2, 83376 Truchtlaching

 

Bleiben Sie auch mit den mobilen Angeboten der Abendzeitung immer auf dem Laufenden: über die iPhone-App (zum Download im App-Store), die Android-App (zum Download im Play-Store) und die mobile Website m.abendzeitung-muenchen.de