Cannabis-Konsum für Schwerkranke Drogenbeauftragte: Cannabis-Medizin soll Kassenleistung werden

Marlene Mortler (CSU) fordert leichteren Zugang für Schwerkranke zu Cannabis-Medikamenten wie beispielsweise das THC- und CBD-haltige Mundspray Sativex. Foto: dpa/AZ

Cannabis als Medikament: Die Drogenbeauftragte im Bundestag will mit einem Gesetz den Hanf-Wirkstoff für eine breitere Masse an Patienten erschwinglich machen.

Berlin - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, will den Cannabis-Konsum für Schwerkranke zur Kassenleistung machen. "Mein Ziel ist, dass in Zukunft mehr Menschen als bisher Cannabis als Medizin bekommen können", sagte die CSU-Politikerin der Zeitung "Die Welt". "Wir wollen noch dieses Jahr das Gesetz durch den Bundestag bringen, damit es ab nächstem Jahr greift."

Chronisch kranke Schmerzpatienten, die Cannabis zur Linderung brauchen, können aufgrund der geltenden Gesetzeslage ins Visier von Ermittlern geraten. Die Cannabis-Präparate in den Apotheken sind teuer. Die Kosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Entscheiden die Patienten sich für den Eigenanbau von Hanfpflanzen, droht ihnen unter Umständen ein Ermittlungsverfahren. "Die Politik muss hier schnell Klarheit schaffen", sagte Mortler. In Deutschland ist der Anbau und Besitz von Hanf illegal.

Im Vorjahr hatte das Verwaltungsgericht Köln drei chronischen Schmerzpatienten erlaubt, als "Notlösung" in ihren Wohnungen Cannabis anzubauen, da entsprechende Medikamente wegen fehlender Kostenübernahme für sie unerschwinglich seien.

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland - aber auch Basis für Medikamente. Den beiden Hauptwirkstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) wird eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben.

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