Das Burger House hat das Fast Food einst von seinem schlechten Ruf befreit. Nun gibt es eine zweite Filiale unweit vom Max-Weber-Platz.

Nicolas Hegewisch war vor anderthalb Jahren derjenige, der den ganzen Hype losgetreten hat. Er hat den Burger vom Stigma der ungesunden Fast-Food-Küche befreit. Wer käme bei einem Burger für 12,99 Euro schon noch auf die Idee, er würde nur etwas gegen den schnellen Hunger tun?

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Das Konzept sah vor, einen ohne schlechtes Gewissen das tun zu lassen, von dem man eigentlich nicht ganz überzeugt war, dass es das Richtige ist: Burger und Pommes, die gehören schließlich nicht unbedingt zur Nomenklatura der gesunden Ernährung. Aber wie Hegewisch sein Burger House eingerichtet hatte – mit der Bar aus 350 Jahre altem Holz, mit dem handgeknüpften Teppich als Rückenlehne und mit dieser einladend warmen Beleuchtung – da waren auch die letzten Zweifel schnell verschwunden. Dass man im Burger House fürs Essen teilweise doppelt so viel hinblätterte wie für einen Pastateller beim Italiener, machte daraus zudem ein exklusives Erlebnis, das man sich nicht jeden Tag leisten konnte.

Nach seinem ersten Burger House in der Rablstraße hat Hegewisch nun ein zweites eröffnet. Seit Montag gibt es von dem edlen Burgerlokal eine Filiale ein paar Schritte vom Max-Weber-Platz entfernt. Auch dort ist viel altes Holz verbaut, auch dort lehnt man sich gegen türkische Teppiche. Insgesamt ist das neue Restaurant sogar noch ein ganzes Stück schicker als das erste.

Vorbei an einem Stierkopf aus Porzellan geht man die Treppe runter in ein wunderschönes Kellergewölbe. Das neue Burger House hat das frühere Weinhaus Knott bezogen, über 200 Jahre alt. Unten im ehemalige Weinlager zu sitzen, umgeben von Backsteinwänden, und dort einen Burger zu essen, das ist in seiner Widersprüchlichkeit an Charme kaum zu überbieten.

Als Hommage an die Vergangenheit des Hauses bietet Hegewisch nun auch einige Weine an, von jedem Kontinent ein bisschen etwas. „Diese Tradition muss man schon respektieren”, sagt er. Ansonsten gibt es in seinem neuen Lokal die gleichen Burger wie im ersten: Philly Cheese, Trüffel, Chili (8,49 bis 12,99 Euro). Und auch, wenn es mittlerweile viele Burgerläden in der Stadt gibt: Das Burger House setzt immer noch die Standards.

Ismaninger Straße 5, Mo. bis Mi. 11.30-23 Uhr, Do. bis Sa. 11.30-24 Uhr, www.theburgerhouse.com, Tel. 88 90 35 50