Brent Aubin kommt von Red Bull Salzburg – und ersetzt Topscorer Eric Schneider, der mit einer Knieverletzung für die nächste Saison ausfällt

München - Für den EHC Red Bull München verlief dieser Montag nach dem Motto „Der König ist tot, es lebe der König”. Erst musste der DEL-Klub vermelden, dass Superstar Eric Schneider kommende Saison aufgrund einer Knieverletzung nicht für den EHC spielen wird, kurz danach präsentierte Manager Christian Winkler den Ersatz für den Topscorer.

Sein Name: Brent Aubin. Der 26-jährige Frankokanadier kommt von Red Bull Salzburg. „Eric war wahrscheinlich der beste Spieler, der jemals das Trikot des EHC getragen hat, aber Brent hat die Chance, so einer wie Schneider zu werden”, sagte Winkler, „Eric ist ein herber Verlust, aber in unserem Team gibt es nur einen, der nicht zu ersetzen ist, das ist Keeper Jochen Reimer.” Schneider hatte bereits im November 2011 einen Kreuzbandriss im Knie erlitten, sich dann aber gegen eine Operation entschieden. Der EHC hielt die Verletzung geheim. „Eric konnte teilweise kaum gehen. Leider ist die Verletzung immer noch nicht besser, deswegen hat Eric gesagt: Plant ohne mich, ich wäre keine Hilfe für euch.”

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105 Scorerpunkte (37 Tore, 68 Assists) hat Schneider für den EHC in 106 Spielen erzielt – eine phänomenale Quote. Sein bulliger Nachfolger Aubin (1,75 m, 88 kg) gelangen in der österreichischen Liga in drei Jahren bei Salzburg 102 Punkte (38 Tore, 64 Assists) in 142 Partien. Auch das: Bullig gut!

„Ich trete in große Fußstapfen, aber ich liebe Herausforderungen”, sagt Aubin, „deswegen bin ich jetzt in München. Ich will in einer besseren Liga spielen.” Sein Ex-Coach Pierre Pagé bezeichnete Aubin „als Traum eines jeden Trainers”. Ein Ritterschlag. „Wenn das einer wie Pagé sagt, der sicher zu den härtesten Coaches auf diesem Planeten zählt, dann hat das was zu sagen”, meint Winkler.

Aubin, der noch einen Vertrag bis 2013 in Salzburg hatte, lag auch ein Angebot eines NHL-Klubs vor, die hatten ihm einen Zwei-Wege-Vertrag (für die NHL und das unterklassige Farmteam des Klubs) angeboten, doch Aubin wollte zum EHC. „Mein Traum von der NHL ist nicht tot, aber ich denke, dass ich im Moment in München besser aufgehoben bin.”

Schneider war nicht nur dafür bekannt, dass er Tore am Fließband produziert, er war auch der Mann mit der größten Familie. Fünf Kinder hat der 34-Jährige. Aubin bringt es mit seinen 26 Jahren bereits auf zwei Töchter. „Vielleicht habe ich Eric da eingeholt, wenn ich auch 34 bin. Zumindest werde ich viel üben. Ob es zum Erfolg reicht, wird sich zeigen”, amüsiert sich Aubin, der sich selbst als „Hochintensitätsspieler” bezeichnet. „In Salzburg sind wir ständig neue Wege gegangen, die Philosophie dort ist, es keine Grenzen zu akzeptieren. Grenzen setzt man sich meist im Kopf, aber es sind oft keine Grenzen, die man nicht noch verschieben könnte.”

EHC ohne Grenze ist auch die Vision von Manager Winkler und Coach Pat Cortina. „Wir haben den Hunger in die Mannschaft zurückgebracht, hier ist keiner satt”, sagt Winkler, der neben Aubin noch Viktor Ekbom, Toni Ritter, Verteidiger Ryan Kavanagh, Martin Hinterstocker und Lubor Dibelka als Neuzugänge holte. Martin Buchwieser und Felix Petermann sollen die neuen Führungspersönlichkeiten im Team werden. „Nicht umsonst sind sie Nationalspieler, sie sind mit Reimer zusammen so etwas wie das Gesicht des neuen EHC”, sagt Winkler.

Und eines der Gesichter, nämlich Buchwieser, meinte: „Ich fühle mich geehrt, dass mir die EHC-Verantwortlichen zutrauen, dass ich das im Kreuz habe. Wir werden das hinkriegen.”