Bürger und Politiker fordern A Ruah is! Weniger Lärm auf der Theresienwiese

Timo Lokoschat, 07.02.2013 12:13 Uhr

Ab Frühjahr herrscht Dauer-Rummel auf dem Gelände. Das soll sich ändern. Erster Schritt: Der Bezirksausschuss will das „Happy Family Fest“ verbannen

Sieben Tage. Zwei im Mai, zwei im Juni, drei im Juli. Das sind die Verschnaufpausen für die Anwohner der Theresienwiese. Denn wenn ab April die Freiluftsaison beginnt, ist das Gelände nahezu jeden Tag in Benutzung. Durch Frühlingsfest, Zirkus, Flohmarkt, Happy Family, Wiesn, Tollwood... Aufbau und Abbau inklusive. Vielen stinkt das, im wahrsten Sinne und seit vielen Jahren.

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Jetzt handelt der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe. In der Vollversammlung am vergangenen Dienstagabend haben die Grünen gefordert, dass das Fest „Happy Family“ – veranstaltet von einer Supermarktkette und 2012 von 200000 Menschen besucht – nicht mehr auf die Theresienwiese darf. Zu kommerziell. Diskussion? Nicht erforderlich. Als die Grüne Sarah Seeßlen den Vorschlag formuliert, verliert kein BA-Mitglied ein Wort. Stattdessen: allgemeines Kopfnicken. Antrag angenommen, einstimmig. Das Problem ist allen Anwesenden seit langem bekannt.

„Irgendwann ist die Schmerzgrenze der Anwohner erreicht“, sagt die Vize-BA-Chefin Sibylle Stöhr. Es geht um Lärm, Gestank und Müll. Letzterer wird bei der Supermarkt-Sause als großes Problem gesehen. Da sich die Veranstaltung für 2013 nicht mehr verhindern lässt, soll Rewe heuer zumindest ein schlüssiges Müllbeseitungskonzept vorlegen. Das fehlt. „Und zwar ganz augenscheinlich!“, sagt BA-Chef Ludwig Wörner. Ob der Konzern sein Fest 2014 veranstalten darf, entscheidet die Stadt.

Mit seiner Initiative für eine andere Theresienwiese steht der BA Schwanthalerhöhe nicht allein. Auch die Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt und Sendling wollen die „Bürgerwiese“ wiederherstellen, ein Gleichgewicht zwischen kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung schaffen. Als Problem wird auch gesehen, dass während der Abbau- und Aufbauphasen – die manchmal länger dauern als die eigentliche Veranstaltung – der Bürger von Teilen des Geländes ausgesperrt wird.

Die Forderungen der Bezirksausschüsse und des Münchner Forums lauten unter anderem:

  • Die Theresienwiese wird – südlich der Matthias-Pschorr-Straße – ganzjährig auch für Freizeitnutzung freigehalten.
  • Die Auf- und Abbauzeiten sollen verkürzt werden. Sicherheitsbedenken wollen die Bürger nicht gelten lassen, da es auch ohne Sperrungen keinen dokumentierten Unfall gegeben habe.
  • Die Straße Theresienhöhe soll zur Langsamfahrstrecke werden.
  • Fußgänger und Radler sollen das Gelände über Passagen (West/Ost, Nord/Süd) ständig überqueren können.
  • Die Bodenversiegelungen sollen weg! Stattdessen wünschen sich die BA-Mitglieder einen Magerrasen – wie auf der Panzerwiese am Hasenbergl.

 

 

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Kommentare (16)
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FEB
10
GGG, 03:27 Uhr

Knietiefes Gras

Knietiefes Gras gabs nur auf der Vorwiesn, so wurde der Teil zwischen Bahngleis und Hans-Fischerstr. von uns Kindern genannt, auf der Wiesen selber haben die Schafe das (50er-60er) Gras bis auf den Grund abgefressen, sofern überhaupt noch eins gewachsen ist, - in den 70ern haben dann bereis Busse dort geparkt (oder täusche ich mich da ?)

FEB
08
Alex, 17:17 Uhr

Da hat er recht, der Wiesnbub

Mich nervt es auch, dass die Wiesn dauern eingezäunt ist, weil irgendwer wieder auf- oder abbaut. Gegen die Veranstaltungen habe ich nichts, aber das Einzäunen sollte verboten werden. Ging früher auch ohne, und es ist nicht passiert,

FEB
08
wiesnbub, 16:17 Uhr

es war einmal

Ich kann mich, als am Bavariaring aufgewachsener, noch erinnern das man bis Anfang der 70'er Jahre noch durch knietiefes Gras gehen konnte. Die Wies'n wurde nach jeder Veranstaltung wieder zu dem gemacht was sie war - eine Wiese. Heute besonders ärgerlich das man ständig Außenrum gehen muss, im Winter (bis Ostern?) ist an der Theresienhöhe zudem ein Abgang wegen fehlendem Winterdienst ganz gesperrt. Baut doch gleich eine Mauer drumrum um uns Anwohner auszusperren

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