Geschlagen und mit Lack besprüht: Ingrid G trauert um ihren geliebten Kater Beni. Ein Unbekannter quälte das Tier, dass es weniges Stunden später starb. „Das muss ein Wahnsinniger gewesen sein“.

Höhenkirchen/Oberhaching – Wenn Ingrid G. von den Qualen erzählt, die ihr geliebter Kater Beni erleiden musste, stockt ihr die Stimme. „Das muss ein Wahnsinniger gewesen sein“, sagt die 56-Jährige leise. „Wer sonst tut einem Tier so etwas an?“

Ein Unbekannter hat Beni mit Lackfarbe besprüht und brutal geschlagen. Die Katze überlebte die Tortur nur wenige Stunden.

Höhenkirchen, am 18. Juni: Der neunjährige Kater, Liebling der gesamten Nachbarschaft, kommt morgens völlig verschmiert nach Hause. „An Gesicht und Rücken war er voller silberner Farbe, die unwahrscheinlich nach Lösungsmitteln gerochen hat“, erzählt seine Besitzerin. Ingrid G. rubbelt Benis schwarzes Fell mit Sonnenblumenöl sauber – und denkt zunächst an nichts Böses.

„Wir haben uns nur gefragt, wo er sich wieder herumgetrieben hat.“ Doch vermutlich ist Beni in dieser Nacht zum ersten Mal seinem Peiniger begegnet.

Acht Tage später erscheint das Tier abends nicht wie gewohnt zum Füttern. Ingrid G. sucht ihren Beni überall. „Er war wie ein Hund und ist eigentlich immer sofort angetrabt, wenn man nach ihm gerufen hat.“ Diesmal nicht. „Um 22.30 Uhr saß er dann völlig desorientiert im Garten, das Gesicht, den Rücken und sogar die Füße voller dunkelgrüner Farbe.“

Vorsichtig säubert Ingrid G. das verängstigte Tier – und entdeckt, dass Beni alle Krallen fehlen, dass die Ballen an seinen Pfoten wund sind, dass Nase und Augenbrauen des Tieres unnatürlich geschwollen sind und von den Lippen Blut tropft.

Während der Rest der Republik vor dem Fernseher saß und sich das WM-Spiel Deutschland – USA ansah, muss in unmittelbarer Nähe jemand ihren Kater schrecklich misshandelt haben, vermutet die Tierfreundin. „Jemand hat ihn gefangen, geschlagen und ihm aus nächster Nähe giftige Farbe ins Gesicht gesprüht. Vielleicht ein Katzenhasser oder ein Vogelfan, ich weiß es nicht.“

Am nächsten Abend bekommt Beni plötzlich kaum noch Luft. Er röchelt, spuckt Blut. Ingrid G. und ihre Familie fahren mit dem Kater in die Tierklinik nach Oberhaching. Doch die Mediziner dort können nichts mehr für ihn tun. Beni muss eingeschläfert werden. „Seine Nasenschleimhäute waren zugeschwollen. Vermutlich hat die Farbe auch Luft- und Speiseröhre angegriffen.“

Familie G. hat den Vorfall beim Veterinäramt gemeldet, Anzeige bei der Polizei erstattet und hofft nun, dass der Tierquäler bald gefunden und bestraft wird. Denn nicht nur Benis Besitzer, auch seine Spielgefährten hat der Verlust schwer mitgenommen.

„Unsere andere Katze sitzt nur noch da und schreit, und unser Hund will überhaupt nicht mehr nach draußen“, sagt Ingrid G. „Der Beni, das war so ein richtig übermütiger Treibauf – aber jetzt ist unser Haus wie tot.“

Hinweise nimmt der Tierschutzverein München unter der Telefonnummer entgegen unter 089-921 000 21.