Nichtraucher leben im Schnitt über ein Jahrzehnt länger. Und auch elektrische Zigaretten sind ungesund

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Nachtrag zu meiner letzten Kolumne zum Thema Rauch-Gewohnheiten von Frauen: In der vergangenen Woche veröffentlichte das "New England Journal of Medicine" ebenfalls zwei umfassende Studien über den Nikotin-Konsum der US-Amerikaner. Wichtigste Aussage, die sich auch hierzulande jeder einzelne Raucher zu Herzen nehmen sollte: es ist nie zu spät, um aufzuhören!

In konkreten Zahlen: Wer im Alter von 25 und 35 Jahren die letzte Zigarette raucht, gewinnt im Durchschnitt zehn Jahre an Lebenszeit, die allerdings danach mit jedem weiteren Glimmstängel konstant sinkt. "Stop Smoking" in den folgenden Lebensdekaden wird immerhin noch mit einem Plus von neun bis sechs Jahren belohnt, Nikotin-Verzicht im Alter von 55 bis 65 Jahren dann noch mit vier Jahren.

Um die Relation klar darzustellen: ein konsequenter Nichtraucher lebt im Schnitt zwölf, eine Nichtraucherin elf Jahre länger. Interessant auch, dass die Häufigkeit der lebensbedrohlichen "Raucherlungen" bei amerikanischen Männern weiterhin zunimmt, obwohl diese insgesamt weniger Zigaretten konsumieren. Der Grund mögen die verbesserten Filter sein, durch die das Nikotin reizloser tief in die Lungen gelangen kann, um dort seinen Schaden anzurichten.

In diesem Zusammenhang meine eindringliche Warnung vor der E-(elektrischen)Zigarette, die aus einem Gehäuse und einer Patrone mit einem nikotinhaltigen chemischen Lösungsmittel besteht - der Ausdruck "Nikotinvernebler" würde hier wesentlich besser passen. Der Spruch vom "gesünderen Rauchen" ist nicht richtig, zumal Langzeitergebnisse fehlen. Man sollte auch nicht vergessen, dass sich die Zigarettenindustrie in Erwartung eines grossen Geschäfts bereits massiv in die Technologie der E-Zigarette eingekauft hat - und mit diesem Hintergrundwissen alle positiven Aussagen nochmals besonders kritisch überdenken.