Die Brotmanufaktur Schmidt profitiert vom Müller-Skandal – auch mit Transparenz. „In den letzten zwei Wochen haben wir sehr, sehr viele neue Kunden bekommen"

MÜNCHEN - Hygiene-Skandal und Produktionsstopp bei Müller-Brot bescheren anderen Münchner Bäckereien neue Kunden.

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„Für uns sind die Folgen positiv. Wir spüren ein deutliches Umsatzplus“, sagt etwa Bäckermeister Markus Schmidt (37). Er übernahm von seinem Vater die Brotmanufaktur Schmidt, die seit dem Zweiten Weltkrieg in der Steinstraße mitten in Haidhausen nach traditionellen Rezepten mit regionalen Zutaten und belebtem (Elisa-)Wasser bäckt.

Die Wurzeln der Brotmanufaktur gehen bis ins Jahr 1870 zurück: Damals gründete Familie Mair in der Mathildenstraße eine Bäckerei, die für ihr gutes Brot bekannt wurde. Zu den Stammkunden sollen Karl Valentin und Erich Kästner gehört haben. Nachdem die Backstube im Krieg zerstört worden war, zog die Großtante Maria Schmidt von der Ludwigsvorstadt in die Steinstraße, wo bis heute das Stammhaus steht. Mittlerweile werden von hier aus sechs Filialen beliefert.

„In den letzten zwei Wochen haben wir sehr, sehr viele neue Kunden bekommen, die wir vorher noch nie gesehen haben“, sagt Ehefrau Sonja Schmidt. Die 35-Jährige ist neben ihrem Beruf als Bäckermeisterin auch noch Konditorin und Ernährungsberaterin. „Viele Kunden haben jetzt Fragen zur Hygiene“, sagt Sonja Schmidt. Als vertrauensfördernde Maßnahme bieten die Bäcker nun sogar Führungen durch ihre Backstube an. „Wir haben nichts zu verbergen“, sagt die Chefin. „Erst im Herbst hatten wir wieder eine Kontrolle. Es gab nichts zu beanstanden.“

Die kostenlosen Führungen für maximal fünf Kunden finden jeweils am Dienstag und Donnerstag um 15 Uhr statt, die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung unter 4599120.

 

 

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