Das vegane Lokal Bodhi im Westend versucht sich an bayerischer Wirtshausküche - streng ohne tierische Produkte.

So ein bisschen ausführlicher hat er den Leuten von der Spaten-Brauerei doch erklären müssen, was er da so vorhat. „Die meinten anfangs schon: Willst du nicht vielleicht doch ein bisschen Fleisch auf die Karte nehmen“, erzählt Klaus Kuttner. Aber ein veganes Restaurant und Fleisch, das wäre ja fast so, als würden sich Pazifisten mit Maschinengewehren bewaffnen.

Der Veganer, das unbekannte Wesen. Die Brauerei war allerdings schnell beruhigt, als Kuttner glaubhaft versichern konnte, das vegan lebende Menschen zwar komplett auf tierische Produkte verzichten, aber trotzdem gerne das ein oder andere Bier zischen. So kam es jedenfalls, dass in einem bayerischen Wirtshaus im Westend mit dem Bodhi nun ein veganes Restaurant eröffnet hat.
 
Die Namensgebung ist ein sublimer Trick. Kuttner will seine Gäste zwar ernährungsideologisch nicht umerziehen, wie er sagt. Aber Bodhi ist eben doch der Baum der Erkenntnis. Und bei jedem, der nach dem Besuch im Bodhi über seine Essgewohnheiten zumindest ein bisschen ins Grübeln gerät, bei dem ist die Rechnung aufgegangen.
 
Kuttner selbst lebt seit etwa dreieinhalb Jahren fleischlos, erst vegetarisch, dann vegan. Es war der Gesundheitsaspekt vermengt mit dem Ekel vor den oft gesehenen Schreckensbilder aus der Fleischindustrie, die ihn zum Veganer gemacht haben. Dass er als nächsten Schritt selbst ein veganes Restaurant aufmachen würde, war für ihn da eigentlich nur die logische Konsequenz, sagt der 26-Jährige.
 
Das Bodhi ist ein sehr interessantes Lokal: Im Gastraum mit dem alten Wirtshauscharme tummeln sich vornehmlich junge Gäste, manche auch optisch deutlich naturbewegt, manche eher vom Typ BWL-Student. Bereits jetzt ist das Lokal auch unter der Woche ziemlich voll – was auch daran liegen könnte, dass Kuttner den schon aus dem Max Pett bekannten Koch Serkan Tunca nach München zurückgeholt hat 
 
Tunca ist durchaus so etwas wie eine Szenegröße. Zuletzt stand er im Viasko in Berlin an den Töpfen. Im Bodhi übt er sich nun an der fleischlosen Imitation bayerischer Küche. Es gibt gebratenes Steak aus Hülsenfrüchten (16,90 Euro), Fleischpflanzerl – natürlich ohne Fleisch (9,90 Euro) –, oder Soja-Rouladen mit Apfelblaukraut (14,90 Euro). Und zumindest die Roulade kann sich geschmacklich durchaus mit der echten aus Rind messen. Vielleicht ist sie sogar einen Tick besser. Und dass jemand eine Roulade ohne Fleisch so hinbekommt, dass sie besser ist als das Original, das war natürlich dann auch für die Spaten-Brauerei Grund genug, das Projekt bedenkenlos zu unterstützen.

Ligsalzstraße 23, täglich 16-1 Uhr, Tel.: 411 42 458