Bis zu 100 Prozent Steigerung Parken in München wird viel teurer

Am Prinzregentenplatz kann nur mit Parkschein geparkt werden. Foto: dvl

Der Münchner Stadtrat hat beschlossen, dass in einer Versuchsphase Autofahrer für das Parken um bis zu 100 Prozent höhere Preise bezahlen müssen.

München - Die CSU zog nicht in allen Details mit – aber eine Mehrheit fand sich im Rathaus am Montag ohnehin auch gegen sie. SPD, Grüne und kleine Gruppen beschlossen gemeinsam die neuen Parkgebühren für die Stadt. Zumindest versuchweise müssen Autofahrer vielerorts nun viel mehr Geld bezahlen.

Dafür gibt es gute Nachrichten für manche Anwohner: Es kommen neue Parklizenzgebiete, mancher Bewohner muss künftig also nur noch 30 Euro im Jahr zahlen – und kann dafür in aller Regel viel leichter einen Platz finden als in Straßen ohne die Regelung..

Neue Parklizenzgebiete: Rotkreuzplatz I und II, Alte Heide, Thalkirchen, Tierpark, Wettersteinplatz.

Die Bereiche Rosa-Luxemburg-Platz, Arnulfpark, Ackermannbogen und Bavariapark werden in bestehende angrenzende Parklizenzgebiete integriert.

Für die Parkstadt Schwabing und den Domagpark wird eine andere Lösung gesucht – etwa eine generelle Begrenzung der erlaubten Parkdauer.

Höhere Gebühren: Parkscheine werden um bis zu 100 (!) Prozent teurer. So wird der bisherige Tageshöchstsatz von 6 Euro auf 10 Euro erhöht. Nach 18 Uhr steigt der Stundensatz von einem auf zwei Euro, allerdings nur in ein paar Lizenzgebieten in der Isarvorstadt und Untersendling.

Kritik von den Grünen

Findet das Rathaus den Versuch erfolgreich, sollen die neuen Gebühren überall bezahlt werden. Für die Altstadt und den Hauptbahnhof gilt weit die Sonderregelung mit einem Stundensatz von 2,50 Euro. Die Stadtverwaltung begründet den Preisanstieg mit einem Verweis auf die MVV-Tickets, die seit 1997 um etwa 50 Prozent teurer geworden seien – die Preise beim Parken dagegen gar nicht.

SPD-Stadträtin Heide Rieke lobte den Beschluss. "Im Sinne eines attraktiven ÖPNV ist es logisch und fair, dass die Parkgebühren angepasst werden", sagte sie.

Kritik kam von den Grünen. "Die niedrigen Parkgebühren entfalten mittlerweile eine Sogwirkung auf den Autoverkehr", sagte Stadtrat Paul Bickelbacher, "ein untragbarer Zustand". Die Große Koalition habe sich "nur zu einem bescheidenen Modellversuch in zwei Stadtteilen durchringen" können. "Und selbst das ist der CSU noch zu viel."

AZ-Kommentar zu den neuen Parkgebühren: Vollkommen mutlos

 

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