"Bin kein Ungeheuer" Nachbarn zu laut: Da schlug er mit einem Beil zu

Hat mit dem Beil zugeschlagen: Can K. (61). Foto: jot

Wegen versuchten Totschlags verurteilt: Neuperlacher Fall muss neu aufgerollt werden.

München - "Ich bin kein Ungeheuer." Can K. (61, Name geändert) hat schon in der ersten Verhandlung beteuert, dass er niemanden habe töten wollen. Vor einem Jahr ist der 61-Jährige vom Münchner Landgericht dennoch wegen versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der Landschaftsgärtner hatte am 25. Juni 2015 in Neuperlach seinen Kontrahenten mit einem Beil am linken Arm verletzt. Der Grund: Ihn störte das laute Gespräch der Nachbarn vor der Haustür.

Der Bundesgerichtshof kippte das Urteil aber in Teilen. Vor allem die Vorgeschichte der Bluttat muss nun beim zweiten Prozess, der am Montag startete, noch gründlicher ausgeleuchtet werden. Unstreitig ist der Auslöser der Auseinandersetzung: ein nächtliches Gespräch vor dem Haus am Karl-Marx-Ring. Das Opfer (48) hatte seine Lebensgefährtin zur Wohnung ihrer Mutter begleitet, die drei unterhielten sich vor dem Hauseingang.

Es begann mit Beleidigungen und Beschimpfungen

Can K. fühlte sich gestört, öffnete das Fenster und rief nach unten. "Ich wollte schlafen, weil ich früh wieder zur Arbeit musste", erklärt er vor Gericht. Es kam zum Austausch von Beleidigungen und Beschimpfungen. Can K. soll dann laut Anklage runtergeschrien haben, dass er runterkommen und sie alle umbringen werde. So berichtet es auch das Opfer – ein breitschultriger Security-Mann – gestern im Zeugenstand. Das Gericht muss nun aber prüfen, ob das Opfer den Täter vielleicht durch Beleidigungen provoziert hatte.

Can K. griff jedenfalls zu einem Camping-Beil, stürmte vor das Haus und griff sein Opfer an. Der Mann konnte die Schläge abwehren, wurde aber unter anderem am linken Arm verletzt. Vor Gericht demonstriert er an seinem Dolmetscher, wie es ihm gelungen war, den Arm mit dem Beil zu fixieren und so Schlimmeres zu verhindern. Der Prozess wird fortgesetzt.

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