In England ist er bereits der Hit: Ein MVV-Plan, dessen Haltstellen nur aus Biergärten bestehen. Jetzt gewinnt diese Idee des Briten John Coats auch in München immer mehr Anhänger

München - Eine Sehenswürdigkeit – nicht weniger ist ein Biergarten für den Briten John Coats. Als der Mathe-Lehrer aus Sheffield Freunde in München besuchte, wunderte er sich, dass die Biergärten aber auf keiner Landkarte eingezeichnet waren. Das musste er ändern.

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„Für Touristen sind sie wichtig, aber sie sind nirgends verzeichnet”, sagt Coats. Er suchte nach einer geeigneten Karte – und stieß auf Münchens S-und U-Bahn-Linien. „Das Netz ist so einzigartig und so gut wiederzuerkennen, dass ich beschloss, beides zu kombinieren.”

Über das Internet verbreitete sich die Biergarten-Karte schnell, mittlerweile kann man sie für neun Euro bei Coats als Plakat für die Wand bestellen (www.pubstops.co.uk). „Es war anfangs für Touristen gedacht, aber jetzt kaufen das auch viele Münchner”, sagt Coats. „Es ist einfach eine einzigartige und ganz neue Sichtweise auf die Stadt.”

Eins zu eins passt die Biergarten-Karte aber nicht auf das Streckennetz: Der „Augustinerkeller” liegt zwar noch zentral am Hauptbahnhof, zur „Menterschwaige” allerdings führt in der Realität keine S-Bahn-Linie. Und die „Insel Mühle” liegt nicht bei Gern, sondern eher bei Allach. Coats sieht das nicht so eng. „Die Karte soll eine Orientierung sein, was in der Nähe ist.” Außerdem hofft er, dass die Leute mehr auf die Öffentlichen umsteigen und nicht mit dem Auto kommen.

Rund 500 Poster sind derzeit im Umlauf – und es sollen noch mehr werden. „Zurzeit suche ich einen Biergarten, der die Karte verkauft”, sagt Coats. Er selbst könnte sich davon sein Hobby finanzieren: Biergärten besuchen. „Bislang war ich nur im Paulaner Keller oder am Chinesischen Turm, wenn ich meine Freunde in München besucht habe. Aber irgendwann möchte ich alle Biergärten der Stadt gesehen haben. Auch wenn das eine große Herausforderung sein mag.”