1860-Investor Ismaik flog zu Gesprächen mit Neu-Präsident Monatzeder ein. Es geht um Finanzen – und die Zukunft von Manager Hinterberger und Trainer Schmidt.

München - Um 11.57 Uhr war es soweit. Eine Stunde früher als geplant landete Hasan Ismaik am Donnerstag mit seiner Privatmaschine auf dem Flughafen. Zu Gesicht bekam ihn zunächst einmal aber niemand. Löwen-Geschäftsführer Robert Schäfer – der Ismaik persönlich vom Flughafen abholte – schleuste den Investor durch einen Seitenausgang heraus und in sein Hotel in der Innenstadt. Dort legte sich der Jordanier erst einmal schlafen. „Wir hatten eine anstrengende Reise“, sagte Abdelrahman Ismaik, Bruder und Reisebegleitung von Hasan.

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Der Grund seines Besuchs ist das erste Treffen mit dem neuen Präsidium um Neu-Präsident Hep Monatzeder in München. Der Dritte Bürgermeister war schon zwei Mal bei Ismaik in Abu Dhabi – und hat dabei offenbar einen guten Eindruck hinterlassen. „Es waren sehr angenehme Gespräche“, sagte Monatzeder. Ismaik schätzt Menschen wie Monatzeder, die auch wegen ihres Amtes Affinität zur Macht haben – wie er selbst.

In München wird Monatzeder dem Investor einmal seine Vizepräsidenten Heinz Schmidt und Christian Holzer vorstellen. „Es geht erst einmal darum, die Kommunikation weiter zu verbessern“, sagte Monatzeder. „Und dann werden wir mit ihm besprechen, unter welchen Umständen er sich eventuell vorstellen könnte, auch über den Drei-Jahres-Plan hinaus Geld beim TSV 1860 zu investieren. Und vor allem wie viel.“

Die Zukunft von Trainer Alexander Schmidt und Sportdirektor Florian Hinterberger wird ein Thema sein. Ismaik wollte Schmidt und Hinterberger immer wieder loswerden, im Winter sogar Sven-Göran Eriksson als Trainer installieren. Geklappt hat das nicht. Stellt sich die Frage, ob Ismaik das Duo Schmidt/Hinterberger nun auch über die Saison hinaus akzeptieren wird. „Wir werden ihm unsere Vorstellungen präsentieren. Danach diskutieren wir, was wir wollen und was er will“, sagte Monatzeder. Ähnlich wird es beim Thema Markenrechte laufen. Monatzeder will, dass diese Rechte von der KGaA und somit indirekt der Vermarktungsfirma HI2 von Hamada Iraki und Hasan Ismaik zurück zum Verein übertragen werden. Das wiederum wird Ismaik nicht wollen. Also doch Streitpotenzial? In einer Pressekonferenz wollen die Löwen am Freitag Details der Gespräche bekanntgeben. Unklar, ob Ismaik dabei sein wird. Er fliegt am Freitag bereits wieder zurück, bleibt nicht, um sich die Löwen gegen Cottbus anzusehen.

Sein letzter Besuch beim TSV 1860 liegt einige Monate zurück – und endete in einem Eklat. Es war am 7. Januar, als Ismaik die Geschäftsstelle der Löwen nach gescheiterten Verhandlungen mit dem damaligen Präsidium um Präsident Dieter Schneider wutentbrannt verließ und sagte: „Ich kann mit diesen Leuten nicht zusammenarbeiten.“ Dieses Mal soll alles harmonisch ablaufen.

 

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