Welche Versicherung ist Pflicht–welche freiwillig? Experten geben Tipps für die Wahl zum Berufsstart. 

Für viele Jugendliche beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Sie fangen ihre Berufsausbildung an. Und gleichzeitig beginnt für die Azubis nun die Sozialversicherungspflicht. „Das heißt, von der Ausbildungsvergütung werden die Beiträge zur Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung und zur Arbeitslosenversicherung einbehalten“, weiß Renate Thiemann vom „Deutschen Rentenversicherung Bund“.

Allerdings nur, wenn die Ausbildungsvergütung über 325 Euro im Monat liegt. „Bekommt der Azubi weniger, werden die Sozialversicherungsbeiträge ausschließlich vom Arbeitgeber getragen.“ Sollte der Auszubildende noch keine Sozialversicherungs- oder Rentenversicherungsnummer haben, kann diese beim zuständigen Rentenversicherungsträger beantragt werden. „Die Nummer sowie der Sozialversicherungsausweis werden dann per Post zugesandt.“

Auch um eine eigene Krankenversicherung müssen Berufseinsteiger sich kümmern. „Lehrlinge fallen mit Beginn der Ausbildung aus der Familienversicherung“, so Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. „Sie müssen sich dann selber eine Versicherung suchen.“

Die neue Krankenkasse können Auszubildende frei wählen. Von diesem Wahlrecht sollte spätestens 14 Tage nach Beginn des Ausbildungsverhältnisses Gebrauch gemacht werden. „Sonst muss der Arbeitgeber den Azubi bei einer Kasse anmelden“, so Rudnik. Das sei dann entweder eine Betriebskrankenkasse oder die Kasse, in der der Jugendliche auch familienversichert war. Es könne sich aber für die Jugendlichen durchaus lohnen, sich selbst eine Krankenkasse zu suchen, sagt Rudnik.

Außerdem sollten Berufseinsteiger über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken, empfiehlt Rudnik. Eine solche Police schütze vor einem finanziellen Absturz, wenn der Beruf wegen einer Erkrankung aufgegeben werden muss.

Der Beginn der Ausbildung ist nach Ansicht von Rudnik genau der richtige Zeitpunkt für den Abschluss: „Azubis haben in der Regel noch keine gesundheitlichen Probleme.“ Dadurch seien die Prämien niedrig.