Marc Dutroux will freigelassen werden. Doch Juristen gehen nicht davon aus, dass er mit seinem Antrag durchkommt.

Brüssel - Der belgische Mädchenmörder Marc Dutroux will aus dem Gefängnis: Ein Brüsseler Gericht entscheidet am Montag über Auflagen im Fall einer Entlassung. Juristen gehen allerdings nicht davon aus, dass Dutroux mit seinem Antrag auf vorzeitige Freilassung durchkommt.

In jedem Fall ist ausgeschlossen, dass der 56-Jährige noch am Montag auf freien Fuß gelangt. Denn selbst wenn die Richter für Dutroux entscheiden sollten, stünde noch ein längeres Verfahren an. Ob der Gefangene bei dem öffentlichen Termin erscheint, war offen.

Belgiens bekanntester Krimineller wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er in den 90er Jahren sechs Mädchen und junge Frauen entführt, missbraucht und gequält hatte. Vier von ihnen starben. Seit mehr als 16 Jahren sitzt Dutroux hinter Gittern, nun will er mit einer elektronischen Fußfessel in die Freiheit. Seine damalige Frau und Komplizin Michelle Martin kam im vergangenen Sommer unter Auflagen frei.

Zwei Wochen vor der Entscheidung am Montag war Dutroux zu einer Anhörung auch persönlich anwesend im Brüsseler Justizpalast - die Sitzung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Einige Angehörige seiner Opfer waren damals im streng abgeriegelten Sitzungssaal dabei, andere blieben dem Termin aus Protest fern. Begegnet sind sich Täter und Opfer bei dem Termin nicht.

Wenn der verurteilte Mörder ins Gericht kommt, dann unter striktem Polizeischutz. Schon einmal, 1998, war ihm bei einem Gerichtstermin für einige Stunden die Flucht geglückt.