Weltmeister Mario Götze hat einen vorzeitigen Abschied vom FC Bayern in der Winterpause "definitiv" ausgeschlossen. Zudem spricht der Offensivspieler über den künftigen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti, Liverpool-Coach Jürgen Klopp und einen möglichen Wechsel im Sommer.

Doha - Die Spieler hatten am Samstag nach fünf Trainingseinheiten während des Wintercamps in Doha frei. Einige der Rekonvaleszenten trainierten freiwillig im Fitnessraum, absolvierten Läufe. Manuel Neuer machte mit dem 15-jährigen Christian Früchtl und Coach Toni Tapalovic Torwarttraining auf der Anlage der "Aspire Zone".

Mario Götze arbeitete an seinem Comeback, machte Läufe und fuhr im Fitnessraum Fahrrad. Der Weltmeister von 2014 besuchte am Nachmittag mit ein paar Mitspielern das Finale des ATP-Turniers von Doha zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal, andere gingen Golfen.

Vorher sprach Mario Götze mit den Reportern in einer großen Runde über...

...seine Reha: „Ich kann so gut wie alles machen, außer sprinten und mit Ball. Ich denke, dass ich in zwei Wochen damit anfangen und Ende des Monats mit dem Mannschaftstraining beginnen kann. Ich muss von Tag zu Tag und Woche zu Woche zu schauen. Ich will bis Anfang Februar wieder bei hundert Prozent sein.“

...sein Verletzungspech: „Es wäre schön, wenn man es erklären könnte. Aber im Leistungssport passieren leider Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Ich versuche, die Belastung vernünftig zu steuern und die Fehler zu minimieren, die man mal gemacht hat. Ich hatte diesmal Glück, dass ich nicht operiert werden musste.“

...seine Rolle bei Bayern: „Ich schau auf mich und will der Mannschaft helfen. Natürlich will ich ein Gesicht des FC Bayern werden und mit meinen Leistungen zum Erfolg beitragen. Ich möchte Verantwortung übernehmen!“

...seine Zukunft bei Bayern: „Ich habe bis 2017 Vertrag und bin glücklich bei Bayern zu sein. Ich kann definitiv ausschließen, dass ich im Winter die Bayern verlasse. Zu sagen, was darüber hinaus passiert, ist schwierig. Meine Vertragssituation ist klar. Ich freue mich auf die nächsten Monate und das Turnier, das im Sommer ansteht.

...einen möglichen Abwerbeversuch von Jürgen Klopp: „Ich habe vom FC Liverpool nichts gehört, auch mein Berater nicht. Was Jürgen Klopp will, müssen sie ihn fragen. Wenn er Interesse hat, dann müsste er sich theoretisch bei mir melden. Fakt ist: Ich hatte eine tolle Zeit mit ihm, er hat mir viel beigebracht. Er ist ein großartiger Trainer, das steht außer Frage. Ich weiß allerdings nicht, ob er so begeistert war, dass ich weggegangen bin... (lacht) Aber so oder so: Ich bin glücklich hier.“

...einen möglichen Wechsel im Sommer: „Gedanken macht man sich schon ab und zu, klar. Aber ich habe jetzt gerade erst eine dreimonatige Reha hinter mir. Ich will fit werden, das ist das wichtigste. Es passieren sehr viele Dinge in den nächsten sechs, sieben Monate. Ich schaue nur auf mich.“

...Carlo Ancelotti: „Ich habe unter Jürgen Klopp und Joachim Löw trainiert und hatte dann jetzt im Sommer auch drei unglaubliche Jahre unter Pep Guardiola. Toni Kroos und Xabi Alonso haben nur Positives von Ancelotti erzählt. Was man so hört, ist gut. Ich würde mich freuen, unter ihm zu arbeiten. Es gibt schlechtere Trainer als diese vier, die ich dann hatte...“

...die Ziele mit dem FC Bayern: „ Es ist ein wichtiges Halbjahr, klar. In der Winterpause ist noch keiner Meister geworden. Es wird keine leichte Rückrunde. Wir haben den Anspruch, viel zu gewinnen. Wichtig ist, dass ich fit werde und dass ich den Spielrhythmus finde. Wenn ich wieder spielen kann, habe ich glaube ich ein schönes und gutes halbes Jahr vor mir.“

...Juventus Turin als Achtelfinal-Gegner der Champions League: „Das werden zwei sehr, sehr interessante Spiele, definitiv nicht leicht. Ob ich dann dabei bin, weiß ich nicht – soweit möchte ich im Moment noch gar nicht schauen. Ich will das unabhängig vom Terminplan machen.“

...die Weltfußballer-Gala: „Ich schaue mir das jedes Jahr an. Ich würde auch dieses Jahr wieder Lionel Messi wählen. Natürlich habe ich den Traum, selbst mal da ganz oben zu stehen. Dafür arbeite ich hart.“