Bayerns Sonderweg Diese Flüchtlinge wollen arbeiten, dürfen aber nicht

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Sie wären eine Bereicherung für ihre Chefs, doch der Freistaat verbietet ihnen die Arbeit. Die AZ zeigt ihre Schicksale. Foto: privat

Sie werden für die Dauer ihres Asylverfahrens zur Tatenlosigkeit gezwungen. Wie der Freistaat Migranten "mit geringer Bleibeperspektive" im Beruf ausbremst.

Mit dem Integrationsgesetz wollte die Bundesregierung im August 2016 Rechtssicherheit schaffen für Geflüchtete und ihre Arbeitgeber oder Ausbilder: Wer eine Lehre macht, darf während dieser drei Jahre in Deutschland bleiben. Findet er anschließend einen Job in seinem Beruf, wird er für weitere 24 Monate hier geduldet.

Das Gesetz gilt deutschlandweit – doch im Freistaat bleibt weiterhin Tausenden der Zugang zum Arbeitsmarkt versperrt. Grund: Das bayerische Innenministerium hat die Ausländerämter angewiesen, nur Migranten mit "guter Bleibeperspektive" eine Arbeits- oder Ausbildungsgenehmigung zu erteilen. Dazu gehören lediglich Menschen aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia.

Dieser Sonderweg hat zur Folge, dass andere Geflüchtete auf Staatskosten leben müssen, auch wenn ein Job- oder Ausbildungs-Angebot vorliegt. Anstatt sich beruflich integrieren zu können, müssen sie das monate- oder gar jahrelange Asylverfahren tatenlos abwarten.

Trotz Protesten von Helfern, aus Handwerk und Industrie beharrt die Staatsregierung auf dieser Regelung.

Dass es sich bei den Betroffenen nicht um Einzelfälle handelt, zeigen folgende Seiten. Dass auch die Kritiker zahlreich sind, zeigt diese Petition, die bis Sonntag 56 000 Menschen unterzeichnet hatten, darunter über 18.000 aus Bayern.

Die Schicksale von Sangar Saher, Christopher K. und drei weiteren arbeitswilligen Geflüchteten finden Sie auf den folgenden Seiten

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