Bayern-Trainer mal anders Ancelotti über die Sache mit Zlatan und der Kiste

Trainer Carlo Ancelotti fühlt sich sehr wohl beim FC Bayern - und lobt ausdrücklich die Fans des deutschen Rekordmeisters. Foto: dpa

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Carlo Ancelotti erklärt Im Gespräch mit der "tz", was 2013 beim Kabinenzoff mit Zlatan Ibrahimovic passiert ist und was ihm am FC Bayern besonders gut gefällt.

München - Trainer Carlo Ancelotti macht die bisweilen ein wenig holprige Hinrunde des FC Bayern keine großen Sorgen. "Wir können uns noch verbessern, aber dafür ist noch Zeit", sagte der Italiener in einem Interview mit der "tz".

Zugleich betonte er, dass es ohnehin nicht gut sei, zu früh in Bestform zu kommen: "Wären wir bereits in der Hinrunde auf Hochtouren gelaufen, so hätten wir das im Frühjahr bereut."

Die entscheidende Phase der Saison beginne "eigentlich sogar schon im Februar mit dem Start der K.o.-Phase der Champions League", sagte Ancelotti, "bis dahin haben wir aber noch ein paar Wochen Ruhe". Die Ziele des FC Bayern blieben davon allerdings unberührt.

"Wir wollen die Bundesliga gewinnen und in der Champions League so weit wie möglich kommen. Was dann auf der Zielgeraden geschieht, wird sich zeigen", sagte er. Wie sein Vorgänger Pep Guardiola will Ancelotti auf jeden Fall das Halbfinale in der Champions League erreichen. "So lautet auch mein Ziel, denn ob man dann das Endspiel erreicht, hängt von vielen kleinen Details ab, die man nicht immer kontrollieren kann."

Der 57-jährige Italiener steht für personifizierte Ruhe und Gelassenheit, doch zumindest eine Episode ist überliefert, die zeigt, dass auch ihm der Kragen platzen kann.

Nach dem Ausscheiden im Coupe de France mit Paris Saint Germain 2013 gegen Evian bekam ausgerechnet der schwedische Superstar Zlatan Ibrahimovic Ancelottis Frust schmerzhaft zu spüren. Es sei "einfach sauer" gewesen: "Nicht auf ihn, auf die Mannschaft. Da habe ich in der Kabine aus Ärger gegen eine Box getreten, die ihm darauf an den Kopf geflogen ist. Er hat aber sofort verstanden, dass sie nicht ihm galt."

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Ancelotti - er gewann als Spieler mit dem AC Mailand 1989 und 1990 den Europapokal der Landesmeister, führte als Trainer den AC Mailand (2003/2007) und Real Madrid (2014) zum Triumph in der Champions League - lobt die außergewöhnliche Atmosphäre beim deutschen Rekordmeister, der Klub sei "wie eine Familie, auf allen Ebenen".

Besonders beeindrucken ihn die Fans des FC Bayern: "Sie lieben diesen Klub. Nicht, dass andere Anhängerschaften ihre Mannschaft nicht lieben, aber hier ist es anders. Viel Leidenschaft führt oft zu viel Kritik, bei Bayern herrscht aber bedingungslose Liebe. Das imponiert mir."

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