So voll war das AZ-Café noch nie: Bayern-Präsident Uli Hoeneß unterhält im Ringelnatz das Publikum mit Anekdoten und verspricht Deutschland goldene Zeiten.

Einen Höhepunkt im AZ-Café hat Chefredakteur Arno Makowsky angekündigt - und das war der Auftritt von Bayern- Präsident Uli Hoeneß allemal. Aufgeräumt wie selten redete er über glückliche Tage auf der Wiesn, über ein eigenes Stadion für die Löwen, über die richtige Geldanlage und über glorreiche Aussichten für das ganze Land: Motto: Krise – welche Krise?

So voll war das AZ-Café noch nie. Auch an diesem schönen Werktag Nachmittag lockt der Name Hoeneß nach Alt-Schwabing: Claudia Sanko zum Beispiel wollte diesen „ganz tollen Mann“ sehen und hören. Sie wurde nicht enttäuscht.

Natürlich wurde der Präsident befragt zu seiner Kritik an der Nationalmannschaft und den „verhätschelten“ Stars. „Das war doch keine Kritik, sondern nur eine Feststellung“ sagt der Bayern-Präsident: „Löw sollte mir dankbar sein und mir Champagner schicken. Ich habe nur gesagt, was er denken sollte.“ Und weiter: „Ich bin halt der Meinung, dass Gerd Müller ein besserer Mittelstürmer ist als Miroslav Klose“. Punkt. Das saß, und das Publikum applaudiert.

Es brauche halt „Reibung, auch bei FC Bayern, und das tue dem Verein gut. Wie gut, sagt Hoeneß auch: 90 Millionen macht der Verein durch Marketing, pro Spiel verkauft der Verein „im schönsten Stadion Deutschlands“ Trikots für 200<TH>000 Euro. „Kein Mensch“ habe den Boom vorausgesehen, den Fußball in München erlebe.

Einmal in Fahrt, schwärmte Hoeneß nicht nur über die „Superstadt“ München, über „Super Bayern“, das in der ganzen Welt für Deutschland stehe, und über rosige Aussichten für das ganze Land: „Die Kassandra-Rufe kann ich nicht mehr hören“ Deutschland stehe vor einem unglaublichen Aufschwung. Das Publikum hört’s mit Staunen und fragt gleich, wie einer wie er denn sein Geld anlegen würde: Deutsche Aktien empfiehlt er und „auf keinen Fall Gold! Was will ich mit einem Krügerrand beim Bäcker: Semmeln kaufen?“

Ja manchmal, seufzt der Gast, da sei die Popularität eine Last: „Früher, als Spieler auf der Wiesn, da hatten wird mittags zwei Maß und sind eine halbe Stunde Fliegender Teppich gefahren.“ Niemanden habe das interessiert. „Heute hasse ich Foto-Handys.“

Nur leisen Spott hat er übrig für Konkurrenz in der Stadt. Er verstehe ja „die Sehnsucht der Löwen nach einer Heimat“. Nur finde sich offenbar kein Investor: „Ich schließe den Wunsch der Löwen nach einem eigenen Stadion jeden Abend in mein Nachtgebet ein.“