Bayerische Staatsoper Die (mutmaßlichen) Nachfolger für Bachler und Petrenko

Serge Dorny im Oktober 2013 in der Semperoper. Aber aus der Intendanz wurde nach einem mysteriösen Zerwürfnis dann doch nichts – Dorny kehrte daraufhin nach Lyon zurück. Foto: dpa

Serge Dorny und Vladimir Jurowski werden wohl die Nachfolger von Nikolaus Bachler und Kirill Petrenko im Nationaltheater

Der Kollege vom „Münchner Merkur“ hat es wohl von Musikern aus dem Bayerischen Staatsorchester erfahren: Serge Dorny und Wladimir Jurowski gelten als Favoriten für die Nachfolge des Staatsopern-Intendanten Nikolaus Bachler und seines Generalmusikdirektors Kirill Petrenko, der ab 2019 langsam zu den Berliner Philharmoniker hinüberwechselt.

Es sei beileibe noch nichts in trockenen Tüchern, sagt der ehemalige Ministerialdirigent und gegenwärtige Minister-Berater Toni Schmid zur AZ. Aber er bestätigt: Mit dem Intendanten der Oper Lyon und dem Chefdirigenten des Rundfunk-Symphonieorchesters Berlin werde verhandelt. Es seien noch diverse Formalien zu erledigen. Und weil das Kabinett über diese Personalie entscheide, sei mit einer definitiven Bekanntgabe in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen.
Für die Chefetage der Bayerischen Staatsoper wurden zuletzt diverse Namen genannt: Andreas Homoki und Barrie Kosky kusierten als Intendanten, Franz Welser-Möst und Philippe Jordan als Generalmusikdirektoren. Auch über Antonio Pappano wurde oft spekuliert.

Ein Glücksfall

Wenn alles klappt, könnte von einem Glücksfall gesprochen werden. Das Symbol von Dornys Intendanz in Lyon sind die Skater auf dem Vorplatz der Oper. Aber eben nicht nur davor: Der 55-jährige Belgier hat es geschafft, mit einem gemischten Programm ein jüngeres Publikum in sein Haus zu locken. Und für Traditionsbewusste gab es ein Revival klassischer Inszenierungen von Ruth Berghaus, Heiner Müller und Klaus-Michael Grüber.

Dorny begann im Team von Gerard Mortier an der Oper Brüssel und war Direktor des London Philharmonic Orchestra. Ihm wird nachgesagt, sehr sensibel auf eine Stadt und ihre künstlerischen Bedürfnisse zu reagieren. Seit 2003 leitet er die Oper von Lyon. 2013 sollte er an die Dresdner Semperoper wechseln. Dann folgte einer jener mysteriösen Kräche, die Christian Thielemann magisch anzieht. Der Vertrag wurde aufgelöst. Dorny bekam von einem Arbeitsgericht eine Entschädigung zugesprochen und kehrte daraufhin nach Lyon zurück.

Frischer Wind

Dornys Ideen zu einem alljährlichen, thematisch gebundenen Festival könnte für frischen Wind bei der Repertoireleistungsschau namens Münchner Opernfestspiele führen. An seinem Haus gibt es ein breites Spektrum an pädagogischen und sozialen Aktivitäten, oft mit verwandten Institutionen aus Stadt und Region koordiniert.

Der 1972 in Moskau geborene Jurowski hat vor zwei Jahren am Nationaltheater Prokofjews „Feurigen Engel“ herausgebracht. Er war lange musikalischer Leiter des Glyndebourne-Festivals und hat an der New Yorker Met, in Paris und am Moskauer Bolschoi-Theater dirigiert. Das Bayerische Staatsorchester scheint ihn zu schätzen.

Dorny und Jurowski gelten als Profis. Und noch wichtiger: Beide sind in München unverbraucht. Das ist die beste Voraussetzung für einen Neuanfang nach einer – mit wenigen Abstrichen – gloriosen Ära Bachler-Petrenko.

 

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